Ökostrom
Erzeugung von Ökostrom – Arten und Ressourcen – Erneuerbare Energien
Wasserkraft
Wenn Wasser als Quelle zur Erzeugung von Ökostrom genutzt wird, geschieht die Umwandlung der Wasserkraft in elektrischen Strom durch die Wasserkraftwerke. Die Idee dieses Prozesses ist denkbar einfach - und gleichzeitig auch die älteste, denn schon in der vorindustriellen Zeit wurde die Kraft des Wassers zum Antrieb von Mühlen und Sägewerken eingesetzt. Da mittlerweile rund 90 Prozent der Möglichkeiten, die Kraft des Wassers zu nutzen, bereits abgedeckt sind, bleibt nur noch die Steigerung der Effizienz durch weitere Optimierungsmaßnahmen. Prozentual liegt die Nutzung von Wasserkraft inzwischen fast gleichauf mit der Nutzung von Kernkraft.
Windenergie
Die Windkraft als Lieferant von Ökostrom gehört ebenfalls zu den erneuerbaren Energien. Die Energie der Windkraft wird durch Windräder bzw. Windkrafträder oder auch den so genannten Windparks, die sich auf Plattformen in der See befinden, in den Ökostrom umgewandelt. Mittlerweile gibt es in Deutschland knapp 20.000 Windräder, die im Jahr rund 30 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugen.
Solarenergie
Die Solarenergie gehört zu den beliebtesten Lieferanten von Ökostrom – vermutlich weil sie die einzige der Energiequellen ist, bei der die Menschen selber Hand anlegen und aktiv werden können. In diesem “Do-it-youself”-Bereich ist die Nutzung durch die auf dem Dach installierten Solar- und Solarthermikanlagen (bestehend aus Sonnenkollektoren, Solarmodulen und Solarzellen etc.) möglich; für die Bereitstellung von größeren Mengen an Ökostrom werden Solarthermische Kraftwerke genutzt.
Biomasse
Als Biomasse werden alle Pflanzenarten, die auch zur Gewinnung von Energie angebaut werden können, als auch alle tierischen und pflanzlichen Reststoffe bezeichnet. Das können zum Beispiel Kuhdung, Holzabfälle, Getreide, Gemüseabfälle und Schweinegülle, sowie alle Abfälle und Nebenprodukte aus der Land-, Forst- und Fischwirtschaft sein und vieles mehr. Biomasse-Kraftwerke stellen daraus dann mittels verschiedener Verfahren (z.B. durch Vergärung) Energieträger her.
Geothermie
Unter Geothermie versteht man das Nutzen von Erdwärme, die im Inneren der Erde aus dem natürlichen Zerfall von Atomkernen entsteht, sowie zum Teil auch aus der Zeit der Erdentstehung (vor rund 4,6 Milliarden Jahren) stammt - auch hierbei handelt es sich um eine Art der erneuerbaren Energie. Die Temperatur der Erdwärme ist je nach Erdschicht unterschiedlich – je tiefer die Schicht, umso heißer die Temperatur. Diese Temperaturen können im Inneren des Erdkernes bis zu 6000 Grad Celsius betragen.
Um aus der Erdwärme am Ende Ökostrom herstellen zu können, nutzt man Wasser als “Transporteur” der Wärme aus dem Erdinneren. Allein mit der in den obersten drei Kilometern Erdkruste befindlichen Erdwärme wären die Menschen weltweit über die nächsten 100.000 Jahre versorgt – laut derzeitigem Bedarf.
KWK (Kraft-Wärme-Kopplungsanlage)
Die Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen nutzen Erdgas zur Gewinnung von Ökostrom. Der Vorteil ist hier, dass darüber hinaus – zusätzlich zur eigentlichen Energieproduktion - die beim Verbrennen von Erdgas entstehende Abwärme ebenfalls noch weiter genutzt werden kann. Daher sind die Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in der Lage, Strom UND Wärme herzustellen.
Gezeitenkraftwerke
Die Gezeitenkraftwerke machen sich die durch Ebbe und Flut entstehenden Kräfte und Energien zu Nutze. Obwohl Ebbe und Flut an den Rändern der Ozeane zwei Mal täglich auftreten (die Gezeiten entstehen durch die Erdrotation, die sozusagen den Antrieb für Ebbe und Flut darstellt), müssen bestimmte Voraussetzungen für die Errichtung eines Gezeitenkraftwerks erfüllt werden – dazu gehören zum Beispiel ein ausreichend grosser Tidenhub (auch Gezeitenunterschied genannt, bezeichnet den Unterschied zwischen dem Scheitelpegel einer Flut und dem untersten Pegelstand der Ebbe) sowie eine grössere Bucht oder auch Flussmündung. Dieser Tidenhub muss mehr als fünf Meter betragen.
Bei der Gewinnung von Energie durch Gezeitenkraftwerke nutzt man das Staudamm-Prinzip - es wird ein Deich erreichtet, in dessen Inneren sich Wasserturbinen befinden. Diese Wasserturbinen werden bei der Flut von dem einströmenden Wasser und bei der Ebbe von dem zurück strömenden Wasser betrieben.
Anbieter und Preise von Ökostrom
LichtBlick
Monatlicher Grundpreis: 7,95 Euro
Verbraucherpreis: 20,25 Cent/Kilowattstunde
Besitzer: Hamburger Unternehmerfamilie
Ca. 395 000 Stromkunden
Regenwaldschutzprojekt; groß genug, um auch gerichtlich gegen Stromkartell vorgehen zu können oder einen Rechtsstreit anzustrengen; hat viele Filialen; Beratung zu Hause durch Außendienstmitarbeiter; Kunden-werben-Kunden-Programm.
Strommix: Biomasse (10 Prozent), Wasserkraft (71 Prozent), der Rest Wind, Photovoltaik, Geothermie.
Ziele: Wollen beweisen, dass Ökostrom auch wirtschaftlich rentabel ist, wollen fünftgrößter Stromanbieter in Deutschland werden.
Greenpeace Energy
Monatlicher Grundpreis: 8,90 Euro
Verbraucherpreis: 19,80 Cent/Kilowattstunde
Sitz in Hamburg, im Besitz einer Genossenschaft (Mitbestimmung)
Eigentlich mehr eine Stromeinkaufsgemeinschaft als ein Stromanbieter; sehr transparent und fördert extrem Neuanlagenbau.
78 000 Kunden
Strommix: Wasser (75 Prozent), Wind (8 Prozent) und Erneuerbare Energien nach EEG-Gesetz (17 Prozent).
Ziele: Unabhängige Stromversorgung; Erzeugung und Verkauf in einer Hand, das heißt: Endkundenversorgung; hoher Umweltnutzen.
Elektrizitätswerke Schönau (EWS)
Monatliche Grundgebühr: 6,90 Euro (die zahlt man immer, unabhängig vom Verbrauch)
Verbraucherpreis: 21,20 Cent/Kilowattstunde
Sitz in Schönau/Schwarzwald, im Besitz von 650 Gesellschaftern
Ca. 70 000 Stromkunden
Die Elektrizitätswerke Schönau sind bürgeneigen, das ist einzigartig in Deutschland; das Unternehmen ist 1986 aus der Bürgerinitiative „Eltern für atomfreie Zukunft” angesichts der Katastrophe von Tschernobyl hervorgegangen. Die Bürger von Schönau, „die Stromrebellen“, übernahmen per Bürgerentscheid das Stromnetz in Schönau. EWS fördern das Stromsparen, mit ihrem „Sonnencent“ dezentrale Solaranlagen und haben auch KWK.
Strommix: KWK-Anlagen (ca. 5 Prozent), Wasserkraftwerke (ca. 70 Prozent) und Erneuerbare Energien (ca. 15,7 Prozent, EEG-Pflichtanteil).
Ziele: Eine nachhaltige Energieversorgung, Förderung Erneuerbaren Energien, nicht gewinnorientiert, eher Gesinnungstäter.
Naturstrom AG
Monatlicher Grundpreis: 7,95 Euro
Verbraucherpreis: 19,90 Cent/Kilowattsunden
Sitz in Düsseldorf; Geschäftsform: Naturstrom AG
17 000 Kunden
Ältester Ökostromanbieter; mit jeder verbrauchten Kilowattstunde fließt ein Cent in den Bau von neuen Erzeugungsanlagen.
Strommix: Wasserkraft (90 Prozent), Erneuerbare Energien nach Gesetz (10 Prozent; EEG-Pflichtanteil).
Ziele: Wollen den größten Naturnutzen gewährleisten.
(Quelle: oekostrom-wechselparty.de)
Nützliche Tipps
Da im Rahmen der Ökostrom -Welle immer mehr Angebote auftauchen und inzwischen zudem auch einige schwarze Schafe auf dem Markt zu finden sind, haben die Verbraucherzentralen zusammen mit dem Öko-Institut e.V. und dem WWF Deutschland nun ein Gütesiegel erstellt, welches den Verbrauchern den Überblick erleichtern soll.
Die Gütesiegel “ok-Power” und “Grüner Strom” garantieren “echten” als auch zertifizierten Ökostrom, der die drei Kriterien
· Unabhängigkeit: die Hersteller sind nicht verflochten mit den Atom-Kohlestrom-Kartellen.
· Bundesweite Verfügbarkeit: Jeder Kunde in Deutschland kann den Ökostrom beziehen.
· Zertifikat: Es findet eine externe Prüfung statt, ob wirklich grüner Strom angeboten wird.
erfüllt.
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