Projekt „Plus-Energiedorf Borgentreich“
Bereits 1993 kaufte der koptische Bischof Damian ein altes Kloster in Ostwestfalen für einen symbolischen Preis von einer DM und baute es auf. Fünf Jahre später folgte eine alte Kaserne und schuf damit einen Platz für koptisch glaubende Jugendliche. Doch das ist noch lange nicht alles. Jetzt plant der Bischof eine ganze Siedlung, die sich mit erneuerbarer Energie selbst versorgen soll. Die 1997 gekaufte Bundeswehrkaserne in Borgentreich soll zu einer zusammenlebenden Gemeinschaft von koptischen Gläubigern werden. Die Anlage bietet für rund 600 Menschen Platz, heute schon leben einige dort und versorgen das Kloster mit selbsthergestellten Lebensmittel.
Durch einen Zufall bemerkte der Bischof, dass sich die südlich ausgerichteten Dächer der Kaserne sich wunderbar zur Solarenergiegewinnung eignen. Daraufhin bat der Bischof die Universität Kassel um Unterstützung und der Elektro-Ingenieur Axel Roth kam, um sich die Anlage genauer zu begutachten. So entstand das Projekt „Plus-Energiedorf Borgentreich“. Nun arbeiten Architektur- und Ingenieurstudenten an einem Konzept, um das Dorf mittels Solar und Biomasse selbst mit Energie zu versorgen.
Gerade für Fachleute sind schon lange der Ansicht, dass die Zukunft der Städte in der eigenständigen Lebensmittel- und Energieversorgung liegt. Mit diesem Projekt entsteht nun einen mutiges Modell und vielleicht ein Vorzeigebeispiel für diese These. Als der koptische Bischof, der der orthodoxen-christlichen Kirche angehört, die seinen Ursprung in Ägypten hat, anfing das Kloster zu sanieren, waren viele Einheimische skeptisch, doch inzwischen findet er Zuspruch für sein zukunftsorientiertes Projekt und sucht noch Sponsoren.
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