Freizeitvergnügen contra Naturschutz!?

Birne

(c) Jupiterimages / Applestock 2009

In „Unheil in den Bergen“, einem TV Spielfilm mit Günther Maria Halmer (als uneinsichtiger Sägewerksbesitzer), ist unlängst der Holzeinschlag in den Bergen und der Ausverkauf der Alpen, einmal mehr, eindrucksvoll thematisiert worden …
Nicht umsonst fragte Heinz Sielmann, der Altmeister des Naturfilms, ja schon vor einigen Jahren, ob die Alpen noch zu retten sind. Zumal die, neben Bergrutschen, ja auch vom Massentourismus bedroht werden.
Wobei jene, die hier droben wohnen, von jenen Menschenströmen abhängen und damit, oftmals gegen besseres Wissen, manch schmerzhaften (und für die Natur schädlichen) Kompromiss eingehen. Tatsächlich sprechen nämlich bereits allgemeine Online Lexika wie Wikipedia von einer sehr intensiven Nutzung der Bergwelt und sehen touristische Monostrukturen. Gefahren für Mensch und Natur inklusive. Denn nahezu sämtliche Lebensbereiche würden, so die Wikipedia Autoren, dem Ziel, noch mehr Gäste anzulocken, unterworfen.
Neben Müllbergen drohen daher immer neue Seilbahnen und Zufahrtswege, werden selbst Handlagen bebaut, die früher tabu waren. So warnte auch das Polit-Magazin Spiegel schon davor, dass die Alpen allmählich zu Disneyland verkommen könnten. Wobei man sich auch hier des großen Dilemmas der Region sehr bewusst ist. Denn allein in Österreich habe das Geschäft mit der weißen Pracht eine halbe Million Arbeitsplätze geschaffen: „Ein Fünftel des Bruttosozialprodukts der Alpenrepublik kommen aus Tourismuseinnahmen!“
Dennoch ist es natürlich, ob nun in den Alpen oder auch im Flachland, äußerst bedenklich, wenn eine Region oder ein Naturraum zu einem riesigen Abenteuerspielplatz „verkommt“ … weswegen RTL aktuell am 11. September auch den Boom des Geocoaching kritisch hinterfragt hat. Tatsächlich nämlich scheint diese neuzeitliche Schnitzeljagd mit GPS-Gerät und Smartphone zu boomen. So stark, dass in manchen Region wahre Heerscharen von „Schatzsuchern“ unterwegs sind.
Oftmals ohne Rücksicht auf die Natur, wie ein Förster den RTL-Redakteuren in die Mikrofone diktiert hat. Denn da werden die so genannten Caches, die Verstecke, schon mal tief in Höhlen angelegt oder aber Nistkästen, die eigentlich für seltene Vogelarten bestimmt waren, zu Schatztruhen umfunktioniert, was, bei allem Verständnis dafür, dass auch große Jungs und Mädchen sich einmal wie Indiana Jones fühlen wollen, dann doch eindeutig zu weit geht!

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