Maisanbau kontra Umweltschutz!?

Birne

(c) Jupiterimages / Applestock 2009

Unlängst ist auf BR-Alpha der subventionierte und ausufernde Maisanbau, der Ödland immer seltener und wertvoller macht, beklagt worden …
Denn allmählich würde der Maisanbau zwecks Biogasgewinnung für den Naturschutz und unsere heimische Flora und Fauna zu einem ernsten Problem werden. Ganz einfach, weil die Maisfelder immer mehr Wiesen und Brachland verdrängen und heute teils sogar bis an die Flussauen heran reichen:
„Maisanbau ist nichts für Bienen„ titelte denn auch die Welt und verwies auf norddeutsche Imker, die ihre Völker in Gefahr sehen. Tatsächliche habe sich die Situation der Bienen in den vergangenen Jahren rapide verschlechtert, zitiert man hier Jörg Pardey, Bienenzuchtberater des Landesverbandes Schleswig-Holsteiner und Hamburger Imker.
Denn auch hier, im Norden, sind immer mehr blütenreiche Wiesen von endlos und so weit das Auge reicht wogenden Maisfeldern verdrängt worden. Pardey plädierte daher in der Welt dafür, doch lieber Wildkräuter statt Mais als Biomassepflanzen anbauen. Denn dadurch würde den Bienen dann auch nach der Obst- und Rapsblüte noch ausreichend Nahrung zur Verfügung stehen.
Dass der Maisanbau stetig wächst, ja ausufert, darauf machte der Naturschutzbund NABU bereits 2010 aufmerksam. Kleinflächig kein Problem, urteilen hier die Experten. Doch spätestens steigende Flächen oder gar ein Maisanbau, der auf ehemaligem Feuchtgrünland stattfindet, führe dann zu erheblichen Problemen bei den heimischen Tier- und Pflanzenpopulationen!
Auch der WWF spricht daher von „Subventionen contra den Artenschutz“ und sieht in Monokulturen, wie dem heutigen Maisanbau, ein generelles Problem. Kulturen und ein Biogasboom, der Anbauflächen plötzlich wieder sehr begehrt macht. So befürchtet  die Hannoversche Allgemeine eine scharfe Konkurrenz um Ackerflächen und argwöhnt, dass der Weizen (bzw. generell die Nahrungsmittelerzeugung) vom Biogas-Mais nach und nach verdrängt wird.
Tatsächlich würden in Niedersachsen derzeit immer mehr Biogasanlagen zur Erzeugung von Strom und Wärme entstehen und viele Landwirte daher im Anbau von Mais ein lukratives Geschäft sehen: „Um 12 Prozent, nämlich auf 546 000 Hektar, wuchsen die Maisflächen gegenüber der vorigen Saison“, zitiert man hier den Präsidenten der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Doch die mit diesem Biogas-Boom verbunden Monokulturen (die auch dem Landschaftsbild nicht gerade gut tun) würden nun in der Bevölkerung zunehmend auf Kritik stoßen …
Andere Probleme „inklusive“. So befürchtet  die Welt, dass der ausufernde Maisanbau das Getreide verknappen könnte, und auch Kopp online sieht hier, wie auch im „Wahnsinn mit dem Biodiesel“, einen gefährlichen Trend. Einen Preisschock, so das Portal bereits 2008, der mit dem weltweiten Ölpreisschock einhergeht. Die Preise für Milch, Brot und Teigwaren, aber auch Fleisch, könnten damit dramatisch steigen!
Die Ruhrnachrichten titelten daher sogar schon mit einer Förder-Sackgasse und sprachen von einer „Vermaisung“ der Landschaft. Längst würden Politiker, Umweltschutz und Wissenschaft, angesichts der massenhaft errichteten Bio-Kraftwerke, über die richtige Zukunftsstrategie streiten.
Offensichtlich ist man also auch hier (gerade so, wie es die beiden Kanzlerkandidaten auch bezüglich der Photovoltaikanlagen einräumten) von der Nachfrage und vom Boom ein wenig überrascht worden!?

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