Flexstrom-Pleite: Geld für die Gläubiger gibt’s frühestens 2017

Strompreise Strom als LuxusgutDie Flexstrom-Pleite hat im vergangenen Jahr rund 835.000 Gläubiger getroffen, von denen sich bislang rund 600.000 mit ihren Forderungen beim Insolvenzverwalter gemeldet haben. Mit dieser riesigen Zahl an Gläubigern ist es bislang das größte Insolvenzverfahren in der Bundesrepublik überhaupt. Die Forderungen belaufen sich nach Aussage der Insolvenzverwalter Christoph Schulte-Kaubrügger und Astrid Düring auf rund 511 Millionen Euro. Doch weil die Insolvenzmasse noch nicht komplett ist, wird sich wohl die Auszahlung vom Geld für die Gläubiger noch bis mindestens 2017 hinziehen.

Ehemalige Kunden und andere Gläubiger müssen auch ein gutes Jahr nach der Flexstrom-Pleite weiter auf ihr Geld warten. Die Gläubiger werden wohl frühestens 2017 wieder etwas zurückbezahlt bekommen, wie die Berliner Rechtsanwältin Astrid Düring, die Insolvenzverwalter Christoph Schulte-Kaubrügger unterstützt, jetzt erklärte. Über die Forderungen sagte sie laut der Zeitschrift „Die Welt“: „Sie belaufen sich nach jüngstem Stand zusammen auf 511 Millionen Euro.“ Der Fall scheint sehr komplex, denn von insgesamt rund 835.000 Gläubigern haben bislang nur 600.000 ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter vorgebracht. Aber auch wenn die Frist, sich mit seinen Außenständen an Herrn Schulte-Kaubrügger zu wenden zum Jahresende 2013 auslief, so gibt es auch für die restlichen 235.000 Gläubiger noch eine Chance, an ihr Geld zu kommen. Sie können auch jetzt noch Ansprüche erheben. Allerdings müssen sie die Prüfung dieser Ansprüche nun selbst bezahlen.

Bislang haben sich hauptsächlich Strom- und Gaskunden gemeldet, die oft dreistellige Beträge im Voraus an Flexstrom oder eine der Töchter – Optimalgrün, Löwenzahn Energie und Flexgas – überwiesen hatten. Für diese Leute sieht es ein Jahr nach der Insolvenz jetzt gar nicht mal so schlecht aus, denn sie können, vorausgesetzt sie haben Geduld, sogar auf einen Teilbetrag hoffen. Der Insolvenzverwalter sagte: „Eine Quote wird es voraussichtlich geben.“ Wie hoch dieser Betrag allerdings ausfallen wird, konnte auch der Experte nicht sagen. Die Auszahlung wird seiner Meinung dann frühestens 2017 vonstatten gehen. Und auch dabei werden die geprellten Stromkunden wohl eher hinten anstehen, denn laut Stiftung Warentest werden erst große Gläubiger wie das Finanzamt bedient.

Ein Problem: Die Insolvenzmasse ist noch nicht komplett. Die Gründe dafür und für die verzögerte Auszahlung sind unterschiedlich. Düring erläuterte: „Das sind einige Millionen Euro von Kunden, denen Strom oder Gas geliefert wurde, die aber nicht gezahlt haben.“ Außerdem ist geplant, Haftungs- und Anfechtungsansprüche gegen die Geschäftsleitung geltend zu machen. Gegen die Brüder Robert und Thomas Mundt, denen das Unternehmen zu knapp 90 Prozent gehörte, ist das Ermittlungsverfahren derzeit im vollen Gange. Noch ist unklar, wie viel Geld bei dem Brüderpaar zu holen ist. Und bis das nicht endgültig geklärt ist, werden die Gläubiger wohl weiter auf ihre Kohle warten müssen.

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