Grenzregionen betrachten französisches Atomendlager mit Skepsis!

Atomkraftwerk BiblisIn der Ortschaft Bure im Südwesten der Region Lothringen soll ab dem Jahr 2025 ein Endlager für hoch- und mittelradioaktive Abfälle in Betrieb genommen werden … ein Plan, über den die unmittelbaren deutschen Nachbarn und auch Luxemburg nicht sonderlich erfreut sind:
„Nahe dem lothringischen Ort Bure, rund 150 Kilometer entfernt von der deutschen Grenze, plant Frankreichs staatliche Agentur für Atomabfall ANDRA die letzte Ruhestätte für hoch radioaktive Brennstäbe aus den 58 Reaktoren des Landes“, sieht  die Neue Osnabrücker Zeitung hier ein Thema und eine Problematik, die noch kein Staat dieser Welt wirklich zufriedenstellend gelöst hat. Denn auch in Frankreich (das ja auch militärische Atommacht ist!) würden sich Bürgerinitiativen, Wissenschaftler und Politiker zunehmend den Kopf darüber zerbrechen, „wie man mit einer Substanz verfährt, die noch in einer Million Jahren todbringende Strahlung aussenden kann!“
Leicht(fertig) produziert, aber nur schwer gelagert und schon gar nicht entsorgt!?
In diesem Zusammenhang sprach  der ORF schon einmal von einem Problem namens Endlager, das bis heute niemand gelöst habe: „Es gibt rund 440 Atomkraftwerke weltweit – und kein einziges Endlager für den hochradioaktiven Müll!“ Hier gäre, in der Tat, ein Problem, das weder politisch noch technisch gelöst sei.
Nachbarn in Sorge!
„Not amused“ über Frankreichs Pläne sind – logischerweise -, jene, die in Grenznähe wohnen. Und so haben Rheinland-Pfalz, das Saarland und Luxemburg jetzt eine gemeinsame Stellungnahme zu den Plänen der französischen Regierung veröffentlicht. Vorausgegangen war diesem Schritt eine Bewertung durch das deutsche Öko-Institut in Darmstadt: „Auch wenn von dem geplanten Endlager in Bure nach den uns vorliegenden Untersuchungsergebnissen keine unmittelbare Gefahr für unsere Bürgerinnen und Bürger ausgeht, so können doch Unfälle passieren und unvorhergesehene Ereignisse eintreten. Wir werden dieses Projekt auch weiterhin kritisch begleiten“, stellten danach Saar-Umweltministerin Anke Rehlinger, Eveline Lemke aus Rheinland-Pfalz sowie Minister Mars Di Bartolomeo aus Luxemburg klar.
Mehr Fakten gefordert!
Die fordern weitere Untersuchungen, ein Schritt, zu dem auch oben genanntes Gutachten anregt: Darin werden beispielsweise Sensitivitätsanalysen und Wahrscheinlichkeitsbetrachtungen zur Langzeitsicherheit des zukünftigen Endlagers gefordert. Auch fehle noch eine umfassende Charakterisierung des zukünftigen Standorts. So würden, laut Rehlinger, die derzeit vorgelegten Unterlagen keinerlei Betrachtungen über die Risiken durch Transportunfälle enthalten.
„Wir erwarten, dass der Betreiber spätestens im Rahmen der Antragstellung für eine Genehmigung eine umfassende, standortspezifische Sicherheitsanalyse veröffentlicht. Diese Sicherheitsanalyse muss einer internationalen Überprüfung unter Beteiligung der Nachbarländer unterzogen werden“, betont daher das Minister-Trio. Und das nicht ohne Grund. Denn das Öko-Institut in Darmstadt kommt in seinem Bericht zu dem Ergebnis, dass zumindest ein schwerer Unfall während eines innerfranzösischen Abfalltransports auch für die Nachbarstaaten zu einem Problem würde.
Der vollständige Bericht des Öko-Instituts ist übrigens auf der Internetseite des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz unter www.saarland.de/108478.htm nachzulesen.

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