Läuft die Energiewende in die falsche Richtung?

Michael_Vassiliadis_2014_01Die These, dass die Energiewende in die falsche Richtung läuft, hat jetzt Michael Vassiliadis, Chef der IG Bergbau-Chemie-Energie (IG BCE) am Montagabend im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten präsentiert. Für ihn gibt dieser Sinneswandel der Politik keine Antwort auf die Frage, wie man den weltweit dauerhaft niedrigen Preisen für fossile Brennstoffe begegnen soll. Und der Gewerkschafter ging noch weiter und ergänzte: „Wenn man die Energiewende so ernst nimmt, wie ich es tue, muss man sie ändern.“ Eine klare Ansage in Richtung Bundesregierung.

Der unter anderem für die Bergmänner zuständige IG BCE-Gewerkschaftsboss Michael Vassiliadis hat jetzt die These aufgestellt, dass die Energiewende in die falsche Richtung läuft. Seiner Meinung nach seien im bisherigen Verlauf des Prozesses die Zielsetzungen und Steuerungsmöglichkeiten verzerrt worden. Für ihn sei die Grundentscheidung zum Ausstieg aus der Kernenergie nur schwer mit den Klimazielen eines geringeren CO2-Ausstoßes zu harmonisieren. Für die erneuerbaren Energien fehlt es dem 50-Jährigen an einem marktfähigen Steuerungsregime.

Seiner Meinung nach führt die Förderung zwar dazu, dass die Investitionen in diese Technologie abgesichert sind, aber sie führt nicht zu einem qualitativ hochwertigen Angebot. Dadurch werde auch der Markt für die übrigen Energieträger in Mitleidenschaft gezogen und geschwächt. Von der Politik forderte er ein entschlossenes und schnelles Vorgehen. Er sagte laut Focus.de: „Wir müssen zunächst die Speicher- und Netzfragen lösen, damit der Preis für die Erneuerbaren nicht mehr so volatil ist.“

Der Gewerkschaftsvorsitzende warnte zudem vor den negativen Folgen der aktuellen Energiepolitik für die chemische Industrie. In dieser Branche seien die Preise für Rohstoffe und Energie wichtiger als Personalkosten. Die von der Politik vorgegebenen Strompreise hätten seiner Ansicht nach für viel Verunsicherung gesorgt. Er ergänzte: „Keiner weiß, was 2017 oder 2020 sein wird. Das ist Gift für Investitionen.“ Damit mag der Gewerkschaftsboss ja durchaus recht haben und auch seine Mahnungen sollte die Politik ernst nehmen, aber irgendwie wird man bei seinen Aussagen eben auch den faden Beigeschmack nicht los, dass hier mal wieder Klientel-Politik betrieben werden soll und man sich immer noch, wie schon seit vielen Jahrzehnten, unbedingt an die Kohleförderung klammern will.

Foto: © Helge Krückeberg, IG Bergbau-Chemie-Energie

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