Größter deutscher Solar-Speicher-Park in Karlsruhe in Betrieb gegangen

KIT_groesster_deutscher_Soalrspeicher_2014_01Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist jetzt der größte deutsche Solar-Speicher-Park mit einer Kapazität von einem Megawatt in Betrieb gegangen. Mit der Anlage, bestehend aus Solarzellen, Batterien und Wechselrichtern, wollen die Forscher die Mittagsspitze, also die Zeit in der Strom im Überfluss produziert wird, abfangen und den zu dieser Zeit gewonnenen Strom speichern, um ihn dann später wieder ins Netz abgeben zu können. In dieser Anlage soll Grundlagenforschung über die neuen Herausforderungen, welche die Energiewende an die Versorger stellt, betrieben werden.

Mit welchen Technologien kann die Energiewende gelingen und wie sichern wir in Deutschland unseren Innovationsvorsprung im internationalen Wettbewerb? Mit diesen konkreten Fragestellungen wurde jetzt in Karlsruhe vor kurzem der bislang größte deutsche Solar-Speicher-Park in Betrieb genommen. Im Zusammenspiel aus Solarzellen, Batterien und Wechselrichtern soll Solarstrom gespeichert und jederzeit verfügbar gemacht werden. Die Anlage hat eine Speicherkapazität von einem Megawatt. Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka, Präsident des KIT, sagte zu dieser neuen Forschungsanlage: „Innovation ist eine Kernaufgabe des KIT. In diesem Solarstrom-Speicher-Park entwickeln wir mit unseren Partnern zukunftsweisende Lösungen und Systemkonfigurationen, die auf einem globalen Markt bestehen können.“

Dank neu entwickelter Steuerungs- und Prognoseverfahren soll der Strom der Sonne in den Batterien gespeichert werden können, es können die Mittagsspitzen eliminiert werden und der gespeicherte Strom kann dann bei Bedarf etwa abends, nachts oder morgens abgegeben werden. Die Stromspeicherung ist einer der elementaren Bausteine für eine erfolgreiche Gestaltung der Energiewende in Deutschland. Dazu sagte KIT-Projektleiter Dr. Olaf Wollersheim: „Diese neue Forschungsinfrastruktur erlaubt es uns, in einem relevanten Maßstab das Zusammenspiel der neuesten Generationen von Solarmodulen, Stromrichtern und Lithium-Ionen-Batterien zu untersuchen.“

Mit dieser Anlage können die Forscher zirka 100 verschiedene Systemkonfigurationen durchtesten. Diese unterscheiden sich in der Ost-West-Ausrichtung, der Neigung der Module oder den technischen Bauteilen. Es findet ständig eine Überwachung und Speicherung der Leistungsdaten der Anlage statt. Mit deren wissenschaftlichen Auswertung will man zeigen, welche Systemkonfigurationen netzverträglich und kostengünstig sind. Wollersheim ergänzte dazu laut einer Pressemitteilung des Institutes: „Wir wollen damit einen Beitrag zu einer wissenschaftlich fundierten Strategie zum Ausbauziel von 50% erneuerbarer Stromerzeugung bis 2030 leisten.“

Damit der gespeicherte Strom nicht einfach nur wissenschaftlich untersucht wird und dann verpufft, wird auch ein wirtschaftlicher Nutzen aus der ganzen Sache gezogen, denn mit dieser elektrischen Energie werden dann wissenschaftliche Großforschungsgeräte auf dem Campus Nord des KIT betrieben. Damit sollen in etwa 2 % des jährlichen Gesamtenergiebedarfes des KIT gedeckt werden. Bei den Investitionskosten für diese Anlage wurden insgesamt rund 1,5 Millionen Euro angegeben. Dem kann man eine angepeilte, jährliche Kostenersparnis von zirka 200.000 Euro gegenüberstellen. Ausgelegt ist diese Anlage erst einmal für eine Lebensdauer von mindestens 20 Jahren.

Bilder: © KIT

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