Ein Solarauto als Stromlieferant: Das Elektroauto Stella Lux

Dieses Teil auf vier Rädern ist ein echtes Solarkraftwerk. Das Elektroauto Stella Lux produziert mehr Strom, als es selbst verbraucht. Ohne Auftanken schafft das Werk der Studenten vom Solar Team Eindhoven bis zu 1.000 Kilometer und stellt damit den bisherigen Reichweiten-Primus Tesla Model S (450 km mit einer Akkuladung) in den Schatten. Gut, das neue Gefährt sieht jetzt nicht so schnittig aus wie die Elektrolimousine aus den USA, aber dafür kommt dieses Solarauto als Stromlieferant der etwas anderen Art daher.

Schon vor ein paar Jahren haben die Studenten der TU Eindhoven und dem dort ansässigen Solar Team Eindhoven versucht, ein langstreckentaugliches Solarauto auf die Räder zu stellen. Die Zielstellung für das aktuelle Gefährt, das Elektroauto Stella Lux, war danach schnell klar: Mehr Reichweite, mehr Komfort und auch eine bessere Alltagstauglichkeit. Nun haben die jungen Wissenschaftler das Ergebnis präsentiert – ein Solarauto als Stromlieferant. Das neue Gefährt bietet bis zu vier Personen bequem Platz und schafft an Tagen mit voller Sonneneinstrahlung bis zu 1.000 Kilometer. Aber auch, wenn die Sonne einmal nicht scheint, sollen bis zu 650 km drin sein bei einer maximal möglichen Geschwindigkeit von 125 km/h.

Das Beste an dem Auto ist aber neben diesen durchaus alltagstauglichen Werten die Energiebilanz. So erklärte Projektmanager Tom Selten laut dem Magazin Spiegel: „Das Auto ist ein Positivenergie-Fahrzeug, das heißt, dass es mehr Energie erzeugt, als es verbraucht. Unser Fahrzeug jedoch produziert in der Zeit Energie und lädt sich so auf.“ Für die Stromproduktion sind 5,8 Quadratmeter Solarzellen auf dem Fahrzeugdach zuständig.

Der erzeugte Strom wird an Bord in einem Akku gespeichert, der mit seiner Kapazität von 15 Kilowattstunden sogar kleiner ist als der Stromspeicher in einem smart fortwo electric drive (17,6 kWh). Der Holländer schafft damit das Vierfache an Reichweite und bietet doppelt so vielen Personen Platz. Möglich macht das neben der besonders luftwiderstandsgünstigen Katamaran-Konstruktion auch das geringe Fahrzeuggewicht von nur 375 Kilogramm.

Aber auch der geringe Stromverbrauch trägt seinen Teil zur hohen Reichweite bei. Um den Stromverbrauch so gering wie möglich zu halten berechnet das Navigationsgerät schon vor Fahrtantritt die Route mit den meisten Sonnenpassagen. Ist ein größerer Trip in Planung, so versucht das Fahrzeug die Akkus schon vor Fahrtantritt voll zu laden, damit dann auf der langen Strecke die maximal mögliche Strommenge zur Verfügung steht. Und dass so viel Innovationskraft auch bei den Herstellern auf Gegenliebe stößt, beweist auch die Aussage eines Studenten, der bestätigt, dass es schon Interessenten für eine Serienproduktion des rollenden Kraftwerkes mit viel Komfort geben soll.

Zurzeit konzentriert sich das Studententeam auf die Vorbereitungen zur World Solar Challenge im Oktober in Australien. Dieses Treffen für Solarautos findet alle zwei Jahre statt und führt 3.000 Kilometer durch das australische Outback – nur angetrieben von der Kraft der Sonne. Das Vorgängerfahrzeug belegte bei der letzten Outback-Tour in der Kategorie „Reisefahrzeug“ den ersten Platz. Dieses Ziel hat man auch dieses Mal vor Augen. Die Studenten wollen es jetzt allerdings deutlich komfortabler erreichen.

Bilder: © Solar Team Eindhoven

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