Care Energy Insolvenz

Schluss mit dem billigen Strom: Care Energy muss Lieferungen vorerst einstellen

In Hamburg sowie in Teilen Ostdeutschland werden derzeit tausende Stromkunden nicht mehr mit dem billigen Strom von Care Energy beliefert. Sie erhalten derzeit ihre Energie von ihrem Grundversorger. Alleine in der Hansestadt sind rund 2.700 Kunden des Hamburger Unternehmens betroffen. Vor kurzem hatte der Netzbetreiber 50Hertz den Vertrag mit dem Hamburger Stromlieferanten wegen angeblich ausstehenden EEG-Abschlagsrechnungen für die Monate März bis April 2016 gekündigt. Alle bisher bekannten Details zu dieser recht verworrenen Geschichte um die ausstehenden Lieferungen gibt es in unseren News.

Der Hamburger Billigstromanbieter Care Energy kann vorerst keinen Strom mehr an seine Kunden liefern. Offenbar ist nämlich jetzt dem Netzbetreiber 50Hertz der Kragen geplatzt und so musste der Hamburger Stromanbieter vorerst die Lieferungen an seine Kunden einstellen, weil der Stromnetzbetreiber den Vertrag gekündigt hat. Somit ist nun erst einmal Schluss mit dem billigen Strom und die Kunden werden erst mal wieder von ihrem örtlichen Grundversorger beliefert. Für die 2.700 alleine in der Hansestadt betroffenen Kunden übernimmt Vattenfall diese Aufgabe.

Der Fall ist dann doch recht kompliziert und es steht Aussage gegen Aussage. 50Hertz wirft Care Energy vor, seine Rechnungen für März und April 2016 nicht gezahlt zu haben und hat deshalb nun die Notbremse gezogen. Der Stromanbieter wirft dem Netzbetreiber wiederum vor, fehlerhafte Rechnungen ausgestellt zu haben. Nun sind die Hamburger-Strommanager der Meinung, sie hätten diese angeblich falschen Rechnungen gar nicht begleichen müssen.

Das sieht 50Hertz-Sprecherin Kerstin Maria Rippel natürlich anders. Sie sagte laut dem Deutschlandfunk: „Das Erneuerbare-Energien-Gesetz schreibt vor, dass Energielieferanten an uns Übertragungsnetzbetreiber monatliche Abschlagszahlungen zu entrichten haben. Und das hat Care Energy an zwei aufeinander folgenden Monaten und auch, nachdem wir sie mehrfach dazu aufgefordert hatten, nicht getan. In einem solchen Fall gibt das Gesetz uns Übertragungsnetzbetreibern dann das Recht, den Vertrag zu kündigen und das haben wir gestern getan.“ Und von fehlerhaften Rechnungen will man beim Netzbetreiber auch nichts wissen.

Aus der Sicht von Care Energy-Sprecher Marc März sieht das Ganze so aus: Zum einen sollen die verlangten Abschläge um zehn Prozent zu hoch gewesen sein und zum anderen hat es seinen Angaben zufolge Unregelmäßigkeiten bei der Ermittlungen von Stromzählerständen bei Kunden gegeben haben, die gerade den Anbieter gewechselt haben. Er sagte: „Es wurden Kilowattstunden doppelt abgerechnet! Bedeutet: der Anfangszählerstand von Stromversorger 2 war noch ein Zählerstand, den Stromversorger 1 abgedeckt hat. Wir haben hier also eine Überschneidung.“

Und diese angeblichen Überschneidungen hätten laut dem Unternehmenssprecher rund 64.000 Kunden betroffen, die für die Dienstleistung zu viel bezahlt hätten. Den Schaden bezifferte März auf mehrere Millionen Euro. Er ergänzte: „Die Verwerfung selber können wir anhand unserer Daten dokumentieren. Wir werden diese Dokumentation sowohl der Bundesnetzagentur als auch der Staatsanwaltschaft in ausgesuchten Fällen zur Verfügung stellen.“ Für 50Hertz sind diese Vorwürfe laut Kerstin Maria Rippel so nicht nachvollziehbar.

Für die Stromkunden des Hamburger Unternehmens ergibt sich somit zwar eine unschöne Situation, aber es muss niemand Angst haben, im Dunkeln zu stehen. 50Hertz-Sprecherin Rippel sagte dazu: „Die Verbraucherinnen und Verbraucher fallen in die sogenannte Ersatzversorgung ihres örtlichen Grundversorgers, also eines Stadtwerkes oder eines anderen größeren Energieanbieters. Ich kann und darf hier natürlich keine juristische Beratung anbieten. Verbraucherinnen und Verbraucher können sich aber jederzeit an die nächstgelegene Verbraucherzentrale wenden, wenn sie mehr Beratung brauchen.“ Und auch Jürgen Schröder, Jurist der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gibt den Verbrauchern einen guten Rat mit auf den Weg: Er rät den betroffenen Kunden, ihre Verträge mit Care Energy zu kündigen.

Bilder: © Care Energ

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