Solarstrom: Hohe Produktion an heißen Tagen treibt die Strompreise nach oben

Die Sonne brennt derzeit unablässig vom Himmel, die Temperaturen klettern regelmäßig über die 30 °C-Marke und die Solaranlagen produzieren kräftig Ökostrom. Nur leider produzieren sie viel zu viel Solarstrom. Damit verstopf der zu viel produzierte Strom aus regenerativen Quellen die Netze und Kohlestrom und Co. sind ja auch noch da. Da hilft nur das Abschalten von Kraftwerken und das verursacht enorme Kosten. Somit treibt die hohe Produktion an heißen Tagen die Strompreise nach oben.

An schönen Sommertagen strahlt die Sonne ordentlich vom Himmel und wenn dann noch Wind weht, wird jede Menge Ökostrom in die Netze gepresst. Die Stromproduktion aus den erneuerbaren Energien läuft an solchen Tagen auf Hochtouren und es wird mehr produziert, als überhaupt verbraucht werden kann, so dass teilweise sogar der komplette deutsche Strombedarf durch Ökostrom gedeckt werden könnte. Wenn da nicht die Atom- und Kohlekraftwerke wären, die weiterhin laufen. Wird allerdings zu viel Ökostrom produziert, müssen konventionelle Kraftwerke heruntergefahren werden, um große Schwankungen im Stromnetz und damit dessen Überlastung abzudämpfen. Und diese hohe Produktion an heißen Tagen und damit das Gegensteuern verursachen kosten, die am Ende die Strompreise sogar noch nach oben treiben. Das Hauptproblem derzeit liegt also in der Speicherung des erzeugten Stroms. Aber auch beim Transport des Stroms gibt es Schwachstellen.

Schon der Sommer 2015 hat gezeigt, dass die Photovoltaikanlagen im Norden bei einer Hitzewelle Ökostrom in großen Mengen erzeugen. In der Folge müssen konventionelle Kraftwerke teilweise oder sogar komplett heruntergefahren werden. Für diese Maßnahmen müssen die Betreiber von Kohlekraftwerken und Co. dann entschädigt werden und am Ende schlägt sich das in Form hoher Abgaben für Netzentgelte auf den Stromrechnungen der Verbraucher nieder. Das Engpass-Management im Jahr 2015 verursachte Mehrkosten von gut einer Milliarde Euro. In diesem Jahr kam es zwar durch den eher verregneten und windarmen Frühling noch zu keinen großen Mehrbelastungen der Stromnetze durch Ökostrom, aber die heißen Monate Juli und August sowie ein möglicherweise stürmischer Herbst stehen ja noch bevor.

Eines der zentralen Probleme sind die nicht ausreichend vorhandenen Trassenkapazitäten für einen Stromtransport von Nord nach Süd. Dabei dürfte die Festlegung der Bundesregierung, statt oberirdischer Stromtrassen auf Erdkabel zu setzen, den Ausbau weiter verlängern. Auch wenn das bestehende Netz bereits an einigen Stellen verstärkt und ausgebaut wird – es fehlen immer noch große Kapazitäten für einen schnellen und effizienten Stromtransport. Hinzu kommt noch, dass, wenn Deutschland seine Klimaschutzziele noch erreichen will, beim Ausbau der erneuerbaren weiter kräftig Gas gegeben werden muss. Und das wiederum führt eben an strahlungsreichen und windreichen Tagen zu einer noch stärkeren Produktion von Ökostrom.

Sollen Überproduktion und auch Strommangel effizient abgedämpft werden, so sind zentrale und dezentrale Speicherlösungen unabdingbar. Die Varianten reichen dabei vom Batteriespeicher für die Solaranlage auf dem Privathaus, den Anbieter wie Varta, Ampere Energy oder Solarwatt herstellen, bis hin zum modularen Speichersystem von Siemens, das als Stromabnehmer und -erzeuger dienen kann. Laut dem Zentralverband Elektrotechnik und Elektronikindustrie wird der Bedarf für derartige Lösungen in den kommenden Jahren stark anziehen. Das ergibt sich auch aus der Zahl der in Deutschland auf privaten Hausdächern installierten Photovoltaikanlagen, die bei mittlerweile 1,5 Millionen Stück liegt. Davon verfügen allerdings erst rund 40.000 über einen eigenen Solarspeicher.

Bilder: © Matheus Otero, Flickr

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