EU will stromfressenden Kaffeemaschinen an den Kragen

Kaffeemaschine_Richard Boewen_FlickrZuerst waren es Staubsauger, jetzt will die EU den stromfressenden Kaffeemaschinen an den Kragen. Geht es nach dem Willen der regelungswütigen EU-Kommission, sollen sich Kaffeeautomaten künftig schon nach nur fünf Minuten automatisch abschalten. Eine neue Ökodesign-Richtlinie soll für Kaffeemaschinen mit hohem Stromverbrauch das Aus bringen. Damit soll der Energieverbrauch stromintensiver Haushaltsgeräte in der EU weiter gedrosselt werden. Aber gegen diese Richtlinie, die schon am 01. Januar 2015 in Kraft treten soll, regt sich nun auch teils heftiger Widerstand. Die ganze Story gibt es hier.

Die EU kümmert sich aber auch um alles, was die Menschen in ihrem Alltag beschäftigt. Nun will die EU-Kommission den stromfressenden Kaffeemaschinen an den Kragen, denn diese Haushaltsgeräte sollen sich in Zukunft schon nach fünf Minuten abschalten und nicht noch ewig Strom aus dem Netz ziehen. Mit dieser Initiative aus Brüssel soll der Stromverbrauch von energieintensiven Haushaltsgeräten noch weiter gedrosselt werden. Das soll dann natürlich auch die Stromkosten für die Verbraucher bringen. Laut Schätzungen des Bundes der Energieverbraucher ließen sich mit dieser Methode etwa 60 Euro im Jahr einsparen, wenn täglich drei Kannen Kaffee gekocht und diese insgesamt acht Stunden warmgehalten werden. Der Vorsitzende des Verbandes, Aribert Peters, sagte laut der Süddeutschen: „Existierende Modelle, die automatisch abschalten, kosten kaum so viel wie der Warmhaltestrom eines Jahres. Wir bekommen die Energiewende nicht hin, ohne Strom zu sparen.“

Diese neue Regelung würde dann natürlich wiederum auch den Geschäftsführer des Fachverbandes Hausgeräte im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI), Werner Scholz, freuen. Er hält die Gesetzes-Novelle, die zum 01. Januar 2015 in Kraft treten soll, für „extrem sinnvoll zur Verringerung des Stromverbrauchs.“ Aber seine Verbandskollegen wären dann erst einmal in der Pflicht, eine automatische Abschaltung der Warmhaltefunktion in alle neu entwickelten Geräte zu integrieren. Die angesetzten fünf Minuten bis zur Abschaltung sollen dann EU-weit für Filter-Kaffeemaschinen mit einer Isolierkanne gelten. Für Maschinen ohne isolierende Kannen, also zum Beispiel mit Glaskannen, sollen maximal 40 Minuten Warmhaltezeit angesetzt werden. Die Kommission will den Herstellern aber zumindest die freie Entscheidung darüber einräumen, ob sie dem Kunden ermöglichen wollen, dass er die Funktion wieder manuell deaktivieren kann oder nicht. Aber auch Scholz machte sich so seine Gedanken über Sinn und Unsinn einer solchen Verordnung. Er ergänzte: „Die Einschränkungen für den Verbraucher sind sehr, sehr gering. Kaffee, der 40 Minuten in der Glaskanne steht, schmeckt ohnehin nicht mehr.“

Und natürlich gibt es auch jede Menge kritische Stimmen gegen de Regelungswahn der Brüsseler Bürokraten. So sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Hans-Jörn Arp aus Schleswig-Holstein gegenüber den Lübecker Nachrichten: „Die EU sollte sich um wichtige Themen kümmern. Die Heizdauer von Kaffeemaschinen gehört mit Sicherheit nicht dazu.“ Und auch die Unternehmensverbände (UV) Nord kritisierten die „Regelungs-Wut“ der EU. Sie stelle die Wirtschaft vor große Herausforderungen. Mit dem Gesetz will die EU dazu beitragen, ihr eigenes Klimaziel bis 2020 einzuhalten. Mal sehen, was den Beamten in Brüssel als nächstes einfällt? Wir hätten da schon einige bahnbrechende Vorschläge: Fahrstuhlbeleuchtung nur einschalten, wenn der Aufzug in Benutzung ist oder sich automatisch abschaltende Ventilatoren und Klimaanlagen im Sommer.

Bilder: © Richard Bowen, Flickr.com

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