Windturbine

Windturbinen im großen und kleinen Stil

Luft ist ständig in Bewegung, mit ihr fließt Energie. Um diese zu nutzen, haben sich Windturbinen nicht nur als ideale Lösung bewährt – es gibt sie mittlerweile in allen Dimensionen und an den skurrilsten Orten. 

Angefangen beim Windspiel bis hin zu gigantischen Windparks zieht der Mensch einen mehr oder weniger großen Nutzen aus der Luftbewegung. Nicht zuletzt rückt neben Photovoltaik und Staudämmen zunehmend auch die Energiegewinnung durch Windkraft in den Fokus der Energiewende. Dabei müssen es nicht immer große, flache Ebenen sein. Auch ungewöhnliche Standorte lassen sich hervorragend nutzen.

 

Kleine Brise, große Wirkung

Wie bei jedem Element scheint auch der Wind als kleine Dosis harmlos, mitunter sogar erfrischend. In stürmischer Qualität dagegen wird er überaus gefährlich. In vielen ländlichen Regionen, die besonders Tornado gefährdet sind, setzen Bewohner daher unter anderem auf Warnsysteme in Form von Windspielen. Mittlerweile haben sich zwar zentral gesteuerte Warnsysteme etabliert, die von professionellen Metereologen überwacht werden. Und doch: Vom Mobile zur Beruhigung von Babys bis hin zur Windmühle zur Mehlerzeugung hat die Nutzung der Windkraft zahlreiche Traditionen. Ein Blick in Richtung state of art zeigt ebenso vielschichtige Systeme, wobei ganze Generationen internationaler Netzwerke an Optimierungen arbeiten, um jeden noch so lauen Luftzug zu nutzen. Im Verkehrswesen will man insbesondere vom Fahrtwind profitieren, um den CO2-Ausstoß zu relativieren oder wenigstens zu rechtfertigen.

 

Windturbinen auf LKWs und Bussen

Fernreise-Busse haben im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln zur Personenbeförderung ohnehin die beste Klimabilanz und doch wollen manche noch einen drauf setzen. Zum Beispiel in Form einer Windturbine. Erfindern Rolf Dieter Mohl entwickelte dazu einen ausfahrbaren „Turbinen-Spoiler“, der auf dem Dach montiert wird und sich variabel einstellen lässt, um den Luftwiderstand zu nutzen, ohne dass der Bus oder der LKW davon ausgebremst wird. Es sei denn natürlich er soll gebremst werden. Auch dann unterstützen die Turbinen den Kraftaufwand.

 „Erreicht wird dies, indem der Turbinenaustritt so gestaltet ist, dass der Luftstrom lediglich soweit abgebremst wird, dass Energie erzeugt werden kann“, erklärt Rolf Dieter Mohl und ergänzt: „Hier kommt es besonders auf die verwendeten Materialien für Propeller, Lager und das Turbinen-Modul an, die sowohl gewichts- und leistungsmäßig als auch sicherheitstechnisch geprüft sind.“

In Verbindung mit Elektro-Bussen könnte dies eine gar nicht so schlechte Idee sein, vorausgesetzt das zusätzliche Gewicht und die Dauer zum Ein-/ Ausfahren der Turbine sprechen nicht dagegen.

 

Windwalzen auf dem Mittelstreifen der Autobahn

Bereits vor einigen Jahren entwickelte der damals 77jährige Rolf Becker ein Modell in Form vertikaler Walzen, um den Fahrtwind vorbeifahrender Fahrzeuge zur Energiegewinnung zu nutzen. Die Bauweise kommt dabei den entgegengesetzten Fahrrichtungen zu Gute. Wobei die linken Spuren, die dem Mittelstreifen am nächsten sind, zwar vorwiegend von schnellen Autos genutzt werden, die großen LKWs auf der rechten Spur jedoch, die ordentlich Luft vor sich hertreiben, wirken kaum auf die Turbinen ein. Lichtanlagen, wie Ampeln und Straßenbeleuchtung, Kameras und auch Wetterstationen könnten mittels dieser Technologie zum Beispiel direkt von dem erzeugten Strom des Verkehrs betrieben werden. Bei geringem Verkehrsaufkommen kann immer noch zusätzlich eingespeist werden, um Stromwschwankungen zu verhindern. Grundsätzlich soll es sich aber um eine sogenannte Insellösung handeln, die sich selbst möglichst autark versorgt. So könne man hohe Kosten für Verkabelung und Umbauten sparen.

2011 installierte der französische Autobahnbetreiber Autoroute Paris-Rhin-Rhône (APRR) eine solche Windturbine südöstlich von Paris an der A6. Und erst vor Kurzem starteten türkische Ingenieure mit der ENLİL von Deveci Tech eine weitere Testreihe, bei die Turbinen zusätzlich mit Solarstrom angetrieben werden.

 

Am Rande des Verkehrstroms

Ganz smart gehen auch die Isländer mit der Windenergie um. Da werden die Turbinen mal eben auf dem Wartehäuschen am Busbahnhof platziert und sowohl zur Stromerzeugung für die Anzeigentafel bzw. eigene Beleuchtung, für den Wi-Fi-Hotspot und als Reklamefläche genutzt. Hier von dem Unternehmen IceWind in Reykjavík installiert.

IceWind's Storm Shelter in Reykjavik

Noch luftiger geht es nur auf dem Fahrrad zu

Zugegeben wer selber in die Pedale tritt, erreicht nicht ganz die Geschwindigkeiten, die auf einer Autobahn herrschen, ist dafür aber auf alle Fälle ökologisch mit sich im Reinen. Wäre da nicht das Smartphone, das als Navigerät oder Freisprechanlage herhalten muss. Aber auch dafür gibt es eine clevere Lösung: Die Drill-Turbine. Vorne am Lenker befestigt, wandelt die kleine Fahrradwindmühle den Luftstrom in elektrischen Strom um und macht ihn zum Aufladen des Smartphone-Akkus nutzbar. Dazu noch ein klassischer Dynamo für die Beleuchtung und fertig wäre das rundum-erneuerbare-Energie-Fortbewegungsmittel.

Drill-Turbine am Fahrrad

 

 

Posted by:

Ines Kupfer

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