Hauptschaltleitung Wendlingen

DA/RE: Eine Initiative der Übertragungsnetzbetreiber für mehr Netzsicherheit

Die offene Plattform für Netz- und Anlagenbetreiber soll künftig dem effizienten Datenaustausch sowie der koordinierten Aktivierung von Redispatch-Leistungen dienen.

Die Zeit, in der die großen Kraftwerke die Energiewirtschaft bestimmten, neigt sich dem Ende zu. Die Energiewende ist im vollen Gange und mit ihr stehen alle Beteiligten des Stromsystems vor neuen Herausforderungen. Die Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW und Netze BW wollen sich einer solchen Herausforderung stellen, indem sie eine offene Plattform initiieren, zu der sämtliche Interessenten eingeladen sind.

 

DA/RE, ein Synonym mit vielen Bedeutungen

Der Projektname ist keineswegs zufällig gewählt. Das Kürzel setzt sich aus DAtenaustausch und REdispatch zusammen, den beiden Leitmotiven der Initiative. Dass dare aus dem Englischen übersetzt „sich etwas trauen oder wagen“ bedeutet, scheint im Angesicht der bevorstehenden Aufgabe umso passender. Ziel ist es, die zunehmend dezentralen Anlagen, die erneuerbare Energiequellen nutzen, in einem Datenpool zusammen zu bringen und dadurch einen interaktiven Austausch zu starten, der möglichst kurze Infortmationswege hat und dadurch effizient wird.

„Die Einspeisung wird volatiler, der Betrieb der Netze herausfordernder, der Bedarf an Maßnahmen zur Netzstabilisierung größer.“ heißt es in der Pressemeldung der TransnetBW.

Über die digitale Plattform Maßnahmen zur Netzstabilisierung zu koordinieren, soll auf allen Netzebenen zu Optimierungen führen. Das Miteinander steht dabei unbedingt im Vordergrund, sind doch alle Beteiligten über das Stromsystem auf die ein oder andere Art und Weise miteinander vernetzt. Einigen dürfte der Datenaustausch dennoch schwer fallen, immerhin unterliegen zahlreiche Informationen der Vertraulichkeit. Damit die Unternehmen aus ihrem Wissen kein Geheimnis machen, liegt es an allen, wesentliche Daten offen zu legen, um gemeinsame Lösungen zu entwickeln. Als Motivation dient der zweite Teil, der Redispatch. Gemeint ist die Anpassung der Leistungseinspeisung bei regionaler Netzüberlastung, sprich Ausgleichmaßnahmen zur Verhinderung von Stromschwankungen, damit beim Verbraucher ein stetig zuverlässiger Stromfluss ankommt.

 

Noch steckt das Projekt in der Planungsphase

„Denn“, so heißt es weiter in der Pressemitteilung, „bevor künftig dezentrale Anlagen, teilweise in sehr großer Zahl, über Spannungsebenen hinweg koordiniert eingesetzt werden können, müssen noch viele Detailfragen beantwortet werden.“

Geplant ist derzeit die Plattform im Jahr 2021 aktiv zu schalten. Eine erste Pilotphase soll bereits 2019 starten. Aufgrund der neuartigen Hierarchie, nämlich der Koordination über mehrere Ebene hinweg statt in gewohnt horizontaler Weise, müssen komplexe Strukturen berücksichtigt werden. Damit in Zukunft mehr Anlagen mit erneuerbarer Energie zum Redispatch genutzt werden können, sollen die dezentralen Systeme zumindest zentral kommuniziert werden. Nur so könne die Netzsicherheit langfristig gewährleistet werden, versprechen sich die Initiatoren.

 

Bleibt es eine Baden-Württembergische Regionallösung?

Naheliegenderweise starten TransnetBW und Netze BW ihre Plattform im Bundesland Baden-Württemberg. Eingeladen sind alle Netz- oder Anlagenbetreiber, die sich an der Idee beteiligen wollen. Parallel werden die europäischen Anforderungen an den Datenaustausch  bzw. Datenschutz ausführlich umgesetzt, um von Anfang an für die Expansion vorbereitet zu sein. Sollte die Plattform mit dem Datenaustausch und wann wo welche Redispatch-Leistung verfügbar ist, wie geplant funktionieren, dürften auch weitere Erzeugungsanlagen, Speicher und Großabnehmer auf die Lösung aufmerksam werden.

 

Titelbild:  © TransnetBW. Hauptschaltleitung Wendlingen.

Posted by:

Christian Leo

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Letzte Kommentare

  • Manuel says:

    Totale Überwachung und zudem Totale Bestrahlung bis zu 100x stärkere Strahlenbelastung im Gesamtha

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