Hitzewelle bedroht nun auch Kraftwerke: Anlagen können nicht ausreichend gekühlt werden

Die aktuellen Temperaturen lassen Badeseen und Schwimmbäder angenehm warm werden. Doch des einen Freud ist des anderen Leid: Betroffen sind unter anderem Gewässer, die eigentlich nicht so warm sein sollten… 

Die Wasser-Ressourcen der deutschen Kraftwerke nehmen mittlerweile beunruhigende Temperaturen an. Auf Grund der anhaltenden Sommerhitze mussten nun schon einige Anlagen ihre Leistung drosseln, da bei voller Kapazitätausnutzung die vorgeschriebene Maximaltemperatur nicht mehr eingehalten werden kann. Parallel werden die niedrigen Wasserpegel zum Problem der Zulieferer.

 

Energiegewinnung bleibt vorerst im Griff der Hitzewelle

Nicht nur Solaranlagen können derzeit keine volle Stromeinspeisung verarbeiten, sondern auch die großen Kohle- und Kernkraftwerke. Während die einen durch die enorme Sonneneinstrahlung an Leistung einbüßen (insbesondere da die Solarmodule bei Hitze weniger belastbar sind), müssen die anderen ihr Pensum runterfahren, um das Kühlwasser zu schonen. So auch die Steinkohlekraftwerke Bergkamen und Hamm: Die jeweiligen Betreiber mussten erst vor Kurzem beide Anlagen vorübergehend vom Netz nehmen. RWE, Betreiber des Kraftwerkes Hamm, meldete zudem Probleme beim Kohlenachschub. Bedingt durch die niedrigen Wasserstände der Binnengewässer konnten die Frachtschiffe nicht wie üblich voll beladen werden. Während normalerweise 6500 Tonnen täglich geliefert werden, erreichen derzeit nur noch rund 4000 Tonnen die Anlage. Man entscheidet hier daher jeden Tag aufs Neue, ob sich der Betrieb der Anlage wirtschaftlich lohnt.

Ähnliche Rechenaufgaben bewältigt derzeit der Konzern Steag (Kraftwerk Bergkammen). Wegen der stark sinkenden Strompreise lohnt sich im Zweifelsfall auch hier eher die zeitweilige Abschaltung als eine gedrosselter Leistung bei voller Personalauslastung.

Stromverbraucher werden von all dem vorerst keine Auswirkungen bemerken. Zum einen verlegen die Rohstoff-Lieferanten ihre Routen verstärkt auf den Güterzugverkehr, zum anderen sind die Redispatch-Maßnahmen des Stromsystems derzeit nach wie vor stabil. Stromschwankungen oder gar Versorgungsengpässe sollten demnach keine auftreten.

 

Kühlwasser-Temperaturen sind gesetzlich gedeckelt

Unter Einhaltung der Umweltschutz-Richtlinien ist besonders die Nutzung von Wasser zur Kühlung der Kraftwerke gesetzlich fest geregelt. Um zu vermeiden, dass Wasserläufe übermäßig warm werden, wodurch nicht zuletzt Fischbestände und ganze Biotope gefährdet wären, gibt es einen Grenzwert für die Temperatur der Gewässer. Bei der Elbe liegt dieser beispielsweise bei 23 Grad. Wird dieser Wert fast erreicht, müssen bereits präventive Maßnahmen ergriffen werden. So zum Beispiel die Reduzierung der Kapazitätausnutzung. Im Extremfall wird die komplette Abschaltung des Kraftwerks angeordnet.

 

 

Speziell strikte Vorschriften müssen vor allem die noch aktiven Kernkraftwerke einhalten. In Philippsburg wurde die Leistung von Block 2 bereits um zehn Prozent gesenkt. Ebenso in den Atomkraftwerken Brokdorf und Grohnde, weitere könnten folgen bis sich die Sommertemperaturen wieder etwas abkühlen.

Die Bundesnetzagentur gibt zumindest bislang Entwarnung. Die Gewässertemperaturen sowie Sauerstoffgehalt und Verbrauch werden kontinuierlich überwacht. Gleichzeitig speisen Kraftwerke mit autarken Kühlsystemen Strom in das Netz ein sowie eine Reihe Anlagen erneuerbarer Energien. Notfalls können außerdem Gaskraftwerke hinzugeschaltet werden, sowie Stromsysteme der Nachbarstaaten.

 

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Ines Kupfer

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  1. […] Speziell strikte Vorschriften müssen vor allem die noch aktiven Kernkraftwerke einhalten. In Philippsburg wurde die Leistung von Block 2 bereits um zehn Prozent gesenkt. Ebenso in den Atomkraftwerken Brokdorf und Grohnde, weitere könnten folgen bis sich die Sommertemperaturen wieder etwas abkühlen. Quelle: www.stromtarife-vergleich.net […]

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