Hoher Strompreis in Deutschland: Haushaltsstrom kostet 375 % mehr als Industriestrom

Schon seit Jahren liegt der Strompreis, den private Haushaltskunden in Deutschland zahlen müssen, deutlich über dem Preis, der von der Industrie verlangt wird. Die Kluft zwischen beiden Preisen steigt dabei immer weiter. Seit 2010 ging es mit den Stromkosten für private Haushalte um 24 % nach oben, während Großbetriebe nun sogar 2 % weniger zahlen müssen. Am Größten ist die Preisdifferenz in Deutschland, denn hier kostet Haushaltsstrom 375 % mehr als Industriestrom. Alle Zahlen und Fakten erläutern wir in diesem Artikel.

In Dänemark ist der Strom für Privatkunden am Teuersten (2015: 30,7 Cent/kWh). Auf Platz Zwei folgt dann aber gleich schon Deutschland mit 29,5 Cent/kWh. Auf Platz 3 folgen nach Angaben von Strom-Report unter Berufung auf Daten von Eurostat die Italiener. Das Privathaushalte mit ihren kleinen Abnahmemengen mehr für Strom bezahlen ist klar. In Europa zahlt der private Haushalt im Schnitt doppelt so viel wie der Industrieabnehmer. In Deutschland kostet Haushaltsstrom aber 375 % mehr als Industriestrom und damit fast viermal so viel wie Strom für Privathaushalte. Das ist der höchste Wert in ganz Europa.

Der Preis für Strom, den Unternehmen mit einem jährlichen Verbrauch von 500 bis 2.000 MWh zahlen, sank seit 2010 sogar von 9,1 auf 8,9 Cent/kWh. Das viel zitierte Argument, dass Industrieunternehmen überdurchschnittlich hohe Preise für Energie zahlen würden, kann damit entkräftet werden, denn man liegt hierzulande sogar noch ganz knapp unter dem europaweitem Durchschnitt von 9 Cent/kWh.

Seit 2010 geht der Trend beim Strompreis in ganz Europa klar nach oben, denn in fast allen Ländern sind die Energiepreise in den vergangenen fünf Jahren stark angestiegen. Vergleicht man nun die Preise mit dem Nettoeinkommen, so stellt man erhebliche Unterschiede fest. In Bezug auf das Einkommen ist Strom in Bulgarien am Teuersten. Müssen die Europäer im Durchschnitt 1,9 % ihres jährlichen Nettoeinkommens für Energie ausgeben, so sind es für die Bürger im Balkanstaat 3,0 %. Richtig billig hingegen ist es in Luxemburg. Ein Single-Haushalt gibt hier nur 0,7 % seines Jahreseinkommens für Energie aus. Deutschland liegt mit 2,0 % nur ganz knapp über dem Durchschnitt.

Auch beim Anteil der Steuern und Umlagen am Strompreis liegt man hierzulande mit auf einem Spitzenplatz. 52 % des Strompreises fallen alleine für Steuern, Netzentgelte und Umlagen an. Nur in Dänemark liegt dieser Anteil mit 57 % noch höher. Am wenigsten Abgaben auf Energie müssen laut n24.de mit 16 % in Großbritannien gezahlt werden.

Bilder: © Strom-Report, Flickr

Posted by:

Christian Leo

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