Wie entwickelt sich der Energieverbrauch in Deutschland?

stromverbrauch2013-entwicklungNatürlich ist für jede und jeden von uns, zumindest vordergründig betrachtet, der private Verbrauch entscheidend. Denn für den eigenen Geldbeutel zählt zunächst einmal das, was wir selbst an Heizöl, Strom oder Gas verbraucht haben … doch natürlich gibt es auch Interessen, auch und gerade aus ökologischer Sicht, die über diese private Haushaltsbilanz hinaus reichen.

„Energieverbrauch Deutschlands sinkt kräftig“, freute sich Der Spiegel daher 2011, wo ein Bild vom Atomkraftwerk Grafenrheinfeld vor untergehender Abendsonne gezeigt wurde. Die Bilanz Deutschlands könne sich sehen lassen. Tatsächlich lag, seinerzeit, der Verbrauch um prognostizierte 5 Prozent unter dem von 2010. Dank günstiger Voraussetzungen, die nicht unbedingt mit Sparsamkeit und energieeffizienten Geräten zu tun hatte. Denn eine wichtigere Rolle spielte schon damals das Wetter.

Nun veröffentlichte die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen die vorläufigen Zahlen für 2013 und geht damit von einem Anstieg um etwas mehr als 2 Prozent aus. Jedenfalls lässt dies der Verbrauch der ersten neun Monate (auf dem die Jahresprognose aufbaut) vermuten.

So geht die AG Energiebilanzen von einem Gesamt-Energieverbrauch in Deutschland von etwa 14.000 Petajoule (PJ) beziehungsweise rund 479 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten aus. Wobei das Wetter freilich bereits eingerechnet ist: „Nur ein starker und andauernder Kälteeinbruch könnte noch zu einer merklichen Abweichung bei der Prognose führen“, erklären hier die Experten.

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Die erwarten deutliche Verbrauchszuwächse beim Erdgas, aber auch im Sektor der erneuerbaren Energien. Zudem wird, erstmals seit 2008, wieder mit einer leichten Zunahme des Ölverbrauchs gerechnet: „Auch bei der Steinkohle wird es ein Plus geben!“ Leichte Rückgänge erwartet die 1971 von sieben Verbänden der deutschen Energiewirtschaft und drei in der Energie-Forschung tätigen Instituten gegründete Organisation dagegen bei der Kernkraft und der Braunkohle.
Hier sieht man den Mehrerbrauch auch heuer wetterabhängig; es sei nun mal viel Wärmenergie im Zuge des langen Winters und des kühlen Frühlings verbraucht worden. Tatsächlich also scheinen Deutschland und unser Energiebarometer „wetterfühliger“, als manche glauben.

Denn durch die wirtschaftliche Entwicklung sind kaum Impulse auf den Energieverbrauch ausgeübt worden. Tatsächlich kann hierzulande ein steigender Energieverbrauch auch einmal durch eine milde Witterung verschleiert werden, wohingegen ein Mehrverbrauch nicht zwangsläufig mit prall gefüllten Auftragsbüchern und rauchenden Fabrikschloten zu tun haben muss.

Ganz im Gegenteil. Vielmehr war es heuer offensichtlich just die ungemütliche Witterung, die zum größeren „Energiehunger“ in Deutschland geführt hat: „Infolge der anhaltend kalten Witterung wurde vor allem in der ersten Jahreshälfte deutlich mehr Erdgas zur Wärmerzeugung eingesetzt“, wissen die „Energiewächter“ um den insgesamt steigenden Erdgasverbrauch (rund 11 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum).
Auch der Verbrauch an Steinkohle lag um 3 Prozent über dem Vorjahreszeitraum: „Während der Einsatz in Kraftwerken zur Strom- und Wärmeerzeugung um 8 Prozent zunahm, sorgte die verhaltende Konjunkturentwicklung dagegen für einen Rückgang der Lieferungen an die Eisen- und Stahlindustrie in Höhe von 7 Prozent!“

Interessant erscheint auch der Mineralölverbrauch, der laut AG Energiebilanzen seit 2008 erstmals wieder eine Zunahme um gut 2 Prozent aufwies: „Bei einer insgesamt stabilen Nachfrage nach Kraftstoffen war insbesondere der um rund 13 Prozent höhere Absatz an leichtem Heizöl für die Gesamtentwicklung verantwortlich!“
Einmal mehr das Wetter also. Doch wie hat sich der Energiemix verändert? Wie stark ist die Energiewende (schon) zu spüren? Nun, die Kernenergie verminderte ihren Beitrag zur Energiebilanz (um 3 Prozent), während die erneuerbaren Energien um insgesamt 6 Prozent zulegten.

Um jedoch wirklich belastbare Ergebnisse zu erhalten, plädiert die AG Energiebilanzen für eine zügige Novellierung des Energiestatistikgesetzes. Ein Anliegen, das auch vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft unterstützt wird. Denn die amtliche Energiestatistik könne den Anforderungen an eine zuverlässige und zeitnahe Berichterstattung immer weniger gerecht werden.

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Grafiken: © AG Energiebilanzen

Posted by:

Christian Leo

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Letzte Kommentare

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