Kommt das Aus für zehn Kohlekraftwerke, könnte der Strompreis wieder steigen

braunkohlekraftwerk_MarkusSchweissWikiDie selbst verordneten Klimaschutzziele, bis 2020 die Treibhausgasemissionen um 40 Prozent zu senken, könnten laut der Meinung von Experten nur durch die Abschaltung alter und besonders umweltschädlicher Kohlemeiler erreicht werden. Was wie ein Segen für die Umwelt klingt, könnte am Ende doch wieder schlecht für den Geldbeutel der Stromkunden enden, die ja in den letzten Jahrzehnten immer wieder bluten mussten. Kommt also das Aus für zehn Kohlekraftwerke, könnte der Strompreis wieder steigen. In diesem Artikel erklären wir, warum das so kommen könnte.

Die von der Bundesregierung angepeilten Klimaschutzziele sind in Gefahr und deshalb wird nun auch wieder über das Aus für zehn Kohlekraftwerke diskutiert. Dadurch könnte der Strompreis wieder steigen, wie jetzt Experten errechnet haben. Diese Abschaltung könnte an der Strombörse einen Preisanstieg von 1,70 bis etwa 5 Euro je Megawattstunde bewirken. Das geht jetzt aus den Berechnungen zweier wichtiger Energieversorger hervor. Böse Zungen könnten nun behaupten, dass es natürlich logisch ist, dass die Energiekonzerne solche Zahlen in den Raum werfen – verdienen sie doch wegen des aktuell hohen Stromexports immer noch gutes Geld mit ihren alten Anlagen.

Welche Auswirkungen die Abschaltung für die Verbraucher hat, ist von mehreren Einflussfaktoren abhängig. Klar ist, dass die Kilowattstunde wohl wieder etwas teurer werden könnte. Zwar könnten die Erzeuger wegen des nach der Abschaltung gesunkenen Angebotes mit ihren anderen Kraftwerken mehr verdienen als mit den derzeitigen Überkapazitäten, aber dennoch sind die Verhandlungen über freiwillige Abschaltungen bislang noch nicht vom Erfolg gekrönt. In Zusammenarbeit mit dem Bundeswirtschaftsministerium wurde das Szenario einer Stilllegung von rund zehn Braun- und Steinkohlekraftwerken mit einer Gesamtleistung von 10.000 Megawatt durchgespielt.

Wegen der schrittweisen Abschaltung alter Atommeiler dürften bis 2020 aber auch 7.000 Megawatt an Strom aus Kernenergie fehlen, was das Angebot weiter verknappen und die Preise weiter steigen lassen würde. Ein Vorteil aus dieser Situation wäre dann aber, dass sich neue Investitionen in umweltfreundlichere Anlagen wieder lohnen würden. Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer mahnte an, “ das dreckigste Dutzend der ältesten und ineffizientesten Kohlekraftwerke“ müsse vom Markt genommen werden. Dann hätten seiner Meinung nach auch die derzeit oft wegen zu hoher Betriebskosten still stehenden Gaskraftwerke wieder eine Chance, die wesentlich klimafreundlicher sind als Kohlekraftwerke. Dem gegenüber plädierte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) erneut für den Erhalt von Kohlekraftwerken. Wie die Politikerin dem Handelsblatt sagte, steht ihre Landesregierung dazu, „dass es in NRW für die nächsten Jahrzehnte noch Kohlekraftwerke geben wird.“ Sie ergänzte: „Wir können nicht gleichzeitig aus der Atomkraft und der Kohlekraft aussteigen.“

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