Der große Blackout – eine Frage der Zeit?

Netzausbau ist zwingend notwendig

Durch den verstärkten Ausbau der Windenergie ist das ost-deutsche Stromnetz im Dauerstress. Wird die Energie nicht genauso schnell verbraucht, wie sie produziert wird, droht der Blackout.

Wolfgang Neldner ist Technischer Geschäftsführer einer Gesellschaft namens 50Hertz Transmission. Dieses Unternehmen mag jetzt noch nicht so bekannt sein, doch das könnte sich schlagartig ändern, wenn in Deutschland die Lichter ausgehen. Denn dieses Unternehmen für den Schutz der Stromversorgung in Deutschland zuständig.

Mit fortschreitendem Ausbau des Stromnetzes steigt auch die Gefahr eines Blackouts. Der RWE-Manager Fritz Vahrenholt ist sich sicher: „Es gibt zwei Regionen, in denen es mit großer Wahrscheinlichkeit zu Engpässen kommt: um Berlin und Hamburg.“

Schon jetzt ist jeden zweiten Tag Alarm bei 50Hertz Transmission. Die Netzstabilität ist gefährdet und Neldner und seine Kollegen müssen eingreifen. Der Hauptgrund ist die Windkraft. Denn mal ist sie da, mal eben nicht. In Ostdeutschland liefern Windräder und Photovoltaik bei voller Leistung mehr Strom als die Kohle- und Gaskraftwerke – so viel Naturstrom gibt es sonst nirgends in der Welt.

In der Zeit, als es noch keine Windkraft gab, war das einfacher. Wurde mehr Strom gebraucht heizte man die Kraftwerke an, herrschte Flaute wurden die Kohlekraftwerke gedrosselt. Da aber nun der Wind praktisch die Nachfrage bestimmt, muss Neldner dafür sorgen, dass in der gleichen Sekunde genauso viel Strom verbraucht wird, wie in das Netz eingespeichert wird, sonst schmort das Hochspannungsnetz einfach durch. Neldner muss den Strom in Richtung Westen exportieren, denn in Ostdeutschland wird nicht genügend Strom verbraucht und Polen und die anderen Nachbarländer wollen sich ihre Netze nicht mit deutschen Ökostrom verstopfen lassen.

Problematisch wird es wenn der Wind plötzlich kräftig weht, denn dann müssen 12 Gigawatt Strom schnell an den Mann gebracht werden. Doch nur 5 Gigawatt können gleichzeitig durch die drei Leitungen gepresst werden. Die das ostdeutsche und Westdeutsche Stromnetz miteinander verbinden. Doch die übrigen Gigawatt bringen das Netz zum glühen. Neldner schickt dann Alarmmeldungen an die Lieferanten raus:Drosseln! Die meisten halten sich auch daran, doch es gibt auch Schwarze Schafe, denn für nicht gelieferten Strom, gibt es auch kein Geld.

Diesen Tatsachen unverdrossen lässt die Bundesregierung den Ökostrom weiter ausbauen und lässt den Netzausbau stagnieren. Jährlich bekommt Ostdeutschand rund 1 Gigawatt an Ökostrom hinzu. Demnächst wird auch ein ein großer Offshore-Windpark in der Ostsee an das bereits überlastete Leitungsnetz angeschlossen. Das Ergebnis ist, dass in Ostdeutschland immer mehr Naturstromkapazitäten geschaffen werden, die immer häufiger gedrosselt werden müssen.

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