Blackout – wenn in ganz Europa der Strom ausfällt

Plötzlich ist es dunkel. Nicht nur für ein paar Stunden, sondern tagelang. Kein Wasser, keine Heizung, kein Telefon. Das Horrorszenario für jeden Krisenstab. Was dann geschieht, wie man damit umgehen muss und weitere Fragen zum Thema haben sich die Reporter von SRF gestellt und ihre Erkenntnisse in einem 8teiligen Dokumentarfilm zusammengefasst.

Unsere Abhängigkeit von Strom ist enorm. Allein die Telekommunikation, aber auch das Verkehrswesen und ganz alltägliche Situationen sind unweigerlich an die lückenlose Versorgung des Stromnetzes angebunden. Und während das Stromnetz in Deutschland und europaweit an die Belastungsgrenzen stößt, wird ein totaler Blackout immer wahrscheinlicher.

 

Drei Tage ohne Strom

Die Ausgangssituation: Mehrere Protagonisten sind mitten in ihrer Routine, fahren zur Arbeit, berichten über die Nachrichten, leiten den Zugverkehr, sind im Rettungseinsatz… Es beginnt als kleine Randnotiz. Der Strom sei plötzlich ausgefallen. Noch nimmt man die Lage nicht ganz ernst und macht weiter wie gehabt. Hier und da tauchen ein paar Schwierigkeiten auf. Die lahm gelegten Ampeln sorgen für Verkehrschaos, Züge verspäten sich, die Fernsehübertragung bricht zusammen. Man schaltet auf Radio um, und dann kommen nach und nach die Katastrophen-Meldungen…

Ein großflächiges Blackout stellt laut Risikoexperten eines der größten und potentiell gefährlichsten Katastrophen-Szenarien dar. Die Beitragsreihe „Blackout – wenn der Strom drei Tage lang weg bleibt“ betrachtete die Krise aus Sicht mehrerer Beteiligten und kombiniert deren fiktionale Handlungsstränge zu einem Film, der durchaus nachdenklich macht.

 

Die Ahnungslosen

Ausgerechnet der Gründonnerstag wird als Tag 1 der Serie gewählt, und zwar bewusst. Viele sind bereits auf den Weg in die Osterferien, wegen der Feiertage sind öffentliche Einrichtungen, wie Krankenhäuser etc. unterbesetzt und die Läden haben teilweise geschlossen. Also Worst Case. Dramatisiert wird das Ganze noch mit einer Hochschwangeren und weiteren heiklen Komponenten. Ein Fernsehmoderator wird unverhofft zur Stimme der Krise, private Filmaufnahmen werden gesichtet und Interviews geben Einblicke in die emotionale Welt der Akteure. Eines der größten Probleme sind die nach und nach versiegenden Informationsquellen. Die Akkus sind schon bald leer, können nicht aufgeladen werden, man erreicht die Familie nicht mehr, kann keine neuen Details über die Lage einholen. Der „normale Bürger“ ist mit einmal auf sich gestellt, nicht mehr vernetzt mit der globalen Gemeinschaft. Doch die Not trägt auch Früchte. Nachbarn unterstützen sich, man unterhält sich mit völlig Fremden, nur um überhaupt zu kommunizieren. Mit jeder weiteren Stunde jedoch steigt auch der Frust, mit ihm die Angst und die Impulse zu unüberlegten Aktionen.

 

Die Retter

Während die Odyssee der Bewohner unkontrollierte Bahnen einschlägt, übernimmt das Krisenmanagement die Initiative. Notfallpläne sind vorbereitet, Notstromaggregate auch. Und doch kostet jede Maßnahme auch hier wertvolle Zeit. Die Netzstrombetreiber arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung, Rettungskräfte sind non-stop im Einsatz und das ganze Land gerät ans Limit. Dann ein kurzes Aufatmen als endlich wieder Strom fließt. Schon folgt die nächste Ernüchterung: Strommangellage. Was das bedeutet und wie Strom rationiert werden kann, zeigt der Film in seinen Etappen Stück für Stück. Nicht nur aus Sicht der Verantwortlichen, sondern auch aus der Perspektive verschiedener Ebenen, die daran Anteil haben.

 

Die Schuldigen

Auch nachdem das Netz wieder stabil ist, kehrt noch lange keine Normalität ein. Stattdessen brennt die Frage, wer Schuld an allem sei. Nachdem in 6 Folgen der Werdegang des Szenarios selbst betrachtet wurde, widmen sich Teil 7 und 8 einer Zusammenfassung der Ereignisse, unter anderem neun Monate später, als man die Situation mit Abstand betrachten und überblicken kann. Denn auch finanzielle Schäden müssen begutachtet werden, strafrechtliche Konsequenzen ebenso.

 

Panikmache oder realistische Warnung?

Seit längerem schon ist die Stromversorgung in der Kritik und kritisiert ihrerseits. Netzbetreiber klagen über Belastungsgrenzen, Kunden über Kosten, Betriebe über Schwankungen und so weiter. Die Problematik geht weit über die Landesgrenze hinaus. Und auch wenn der selbsternannte „Dokumentarfilm“ an manchen Stellen gezielt übertreibt, an deren wiederum absichtlich langsam und routiniert wird um Realität zu simulieren, eines ist klar: Die dargestellte Situation könnte sehr wohl jederzeit eintreten. Leider werden maßgebliche Hintergründe zur eigentlichen Ursache wenig geschildert. Zu viele Fragen die gestellt werden, bleiben unbeantwortet. Am Ende überwiegt nach wie vor die Unwissenheit. Nur ganz langsam erwacht die Neugier und mit ihr das Verantwortungsgefühl. Denn nicht der Einzelne lenkt den Strom, sondern ein ganzes, überaus komplexes System – angefangen bei der Politik über die Produzenten und Händler bis hin zum Kunden.

Posted by:

Ines Kupfer

1 Comment

  1. Timm Sonnenfeld -  20. Juli 2017 - 23:21 54721

    Vielen Dank für die Zusammenfassung. Bin nun echt auf die Dokumentation gespannt. 🙂

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Letzte Kommentare

  • Timm Sonnenfeld says:

    Vielen Dank für die Zusammenfassung. Bin nun echt auf die Dokumentation gespannt. :)

  • alexsteffan says:

    Hi, ausgezeichneter Beitrag! Bin gerade zufällig auf deine Webseite gestoßen. Mach weiter so!

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