Energie-Scouts helfen Betrieben beim Strom-Sparen

Strom sparen im eigenen Haushalt haben die meisten Menschen längst verinnerlicht, doch wie sieht es auf der Arbeit aus? Betriebe werden neuerdings vermehrt von Energie-Scouts beraten, an welchen Stellen sie unnötig Strom verbrauchen und wie sie diesen Verbrauch optimieren können.

IHK-Organisationen zum Beispiel bieten bundesweit Qualifikationsmaßnahmen für Auszubildende an, sich als Energie-Scout zu profilieren. Im Rahmen der Mittelstandinitiative Energiewende und Klimaschutz soll vor allem der Nachwuchs mehr Verständnis und Know-How in punto Energiesparpotential in die Unternehmen einbringen. Dabei gilt es in erster Linie Problematiken zu erkennen, diese zu dokumentieren und situationsgerechte Verbesserungen anzuregen.

 

Interessiert Energie-Sparen im Unternehmen nur die jungen Mitarbeiter?

Tendenziell scheint das Thema auf den ersten Blick dem Nachwuchs überlassen zu werden. Neue Ideen einbringen gilt wohl generell als Aufgabe frischer Mitarbeiter, dabei sind alle im Team gefragt, wenn es um Innovationen sowie deren Umsetzung geht. Seien es nun neue Software-Erweiterungen, modernere Geräte oder Anpassungen im Workflow: Zwar hat die Jugend oftmals noch den Enthusiasmus etwas zu ändern, ist aber im innerbetrieblichen auf die Erfahrung langjährig angestellter Kollegen angewiesen und nicht zuletzt auf die Unterstützung der Geschäftsführung.

Allein den Monitor nach Feierabend abzustellen reicht eben noch nicht. In vielen Unternehmen wird noch veraltete Technik verwendet, die zum Teil effizient nachgerüstet werden kann oder ggf. ersetzt werden sollte. Die Kosten für Neuanschaffungen werden durch die eingesparten Stromkosten leider nur selten amortisiert, doch in Kombination mit schnelleren Produktionsabläufen, geringeren Fehlerquoten etc. lohnt es sich am Ende doch.

 

Was genau macht ein Energie-Scout?

Zunächst einmal möchte die IHK mit dieser Maßnahme die Attraktivität der Ausbildungsplatz-Bewerber steigern und so mehr frischen Unternehmensgeist in Industrie und Handwerk bringen. Inhalte der Workshop-Module sind z.B.“Einführung in die Energieeffizienz“, aber auch spezifische Projekte sowie der Umgang mit Messgeräten und die Auswertung von Daten. Während der Ausbildungszeit realisieren Azubis und Betriebe gemeinsam eine Konzept, um Strom am Arbeitsplatz zu sparen bzw. sinnvoller zu nutzen.


Erst vor Kurzem, am 23.03.2018, wurden in Bonn die jüngsten Erfolge der Nachwuchs-Energie-Scouts mit einer offiziellen Preisverleihung geehrt:

  • Platz 3 belegte ein Azubi-Team des 500 Mitarbeiter starken Unternehmens Bluhm-Systeme in Rheinbreitenbach, die in ihrer Präsentation vorschlagen, die firmeneigene Energieversorgung auf Photovoltaik umzustellen. Es würde sich eine Einsparung von bis zu 320.000 kWh Strom ergeben sowie eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes um gut 168.000 Kilo. Für das Unternehmen könnte sich diese Investition von rund 410.000 Euro in etwa 7 Jahren bereit amortisiert haben.
  • Platz 2 verdienten sich die Energie-Scouts der Trocellen GmbH dank besonders umfangreicher Messungen, Recherchen und Testläufe zur Stromersparnis.
  • Platz 1 und damit 700 Euro bekam ein Duo der Lohmarer GKN Walterscheid, wo die Ladestationen der Gabelstapler und anderer Flurförderfahrzeuge überprüft wurden und man zu den Ergebnis kam, dass mit nur wenigen Eingriffen in die Ladezyklen der Anlage jährlich rund 2700 € und 16,5 Tonnen CO2 gespart werden können.

 

Wie profilieren sich ausgereifte Energie-Scouts?

Dieser Grundstein, der während der Ausbildung gelegt wird, wollte im Idealfall natürlich die ganze Karriere begleitend ausgebaut und immer wieder aktualisiert werden. Nur so können Unternehmen ihre Energieeffizienz maßgeblich optimieren – in dem sie regelmäßig überprüft und ggf. angepasst wird. Ein Maßnahmenkatalog der DENA ermittelte beispielsweise anhand von Durchschnittswerten folgende Top 6 Stromfresser in mittelständischen Betrieben:

  1. Beleuchtung mit 70% möglicher Ersparnis, z.B. durch LED-Lampen, größere Fenster für mehr Tageslicht, Bewegungsmelder im Außenbereich, etc.
  2. Druckluft mit 50% möglicher Ersparnis, indem Leckagen beseitigt werden sowie Verunreinigungen, Anschlussfehler und mangelhafte Kompressoren-Regelungen
  3. Wärmeversorgung mit 30% möglicher Ersparnis, allein durch Wartung der Anlage, Umstellung auf automatische Steuerung, Wärmedämmung und Senken der Vorlauftemperatur
  4. Kälte und Kühlung mit 30% möglicher Ersparnis dank Anpassung der verwendeten Kältemittel, Optimierung der Verdampfungs- und Kondensationstemperatur und Rückgewinnung der Wärmeenergie
  5. Pumpensysteme und Motoren mit 30% möglicher Ersparnis, da diese meist viel zu groß dimensionierten Motoren bei nicht-effizienter Drehzahl arbeiten
  6. Lüftungsanlage mit 25% möglicher Ersparnis durch Reinigungsmaßnahmen, automatisierte Regelungen, Optimierung der Bauweise oder Austauch gegen moderne Technik

Ein professionell geschulter Energie-Scout soll diese Problematiken nicht nur aufdecken, sondern den Bedürfnissen des Unternehmens entsprechend wirtschaftlich und ökonomisch zu lösen wissen. Nicht zu vergessen: Gerade für Unternehmen lohnt sich ein Vergleich der Stromtarife und je nach Angebot ein Wechsel des Stromanbieters.

 

Posted by:

Ines Kupfer

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