Der Strom wird knapp: Venezuela stellt die Uhr wegen Energiekrise um

Die Energiekrise in Venezuela verschärft sich immer weiter. Weil der Strom nun knapp wird, stellt das von Staatschef Nicolás Maduro geführte Land nun die Uhr um. Die sozialistische Regierung hat am Wochenende die Uhr um eine halbe Stunde vorgestellt, um das Tageslicht besser ausnutzen zu können. Das große Problem ist das größte Wasserkraftwerk des Landes, bei dem kaum noch Wasser an den Turbinen ankommt und das deshalb keine elektrische Energie mehr liefern kann.

In Venezuela wird der Strom knapp. Deshalb hat Staatschef Maduro jetzt angeordnet, dass die Uhr wegen der Energiekrise umgestellt wird. Von einem Vorstellen der Uhr um eine halbe Stunde erhofft sich die Regierung um den sozialistischen Staatschef eine bessere Ausnutzung des Tageslichtes. Schon jetzt führten die stundenweisen Stromabschaltungen zu massiven Protesten in der Bevölkerung, die Staatsbediensteten konnten vergangene Woche nur noch zwei Tage arbeiten und Schulen mussten geschlossen bleiben. Auch die Einkaufszentren müssen sich mit ganz wenig oder gar keinem Strom aus der Steckdose zufrieden geben und viele Fabriken haben die Produktion längst eingestellt.

Das größte Problem in einem der ärmsten Länder des Kontinents: Im Stausee vom größten Wasserkraftwerk El Guri, das es normalerweise auf eine Leistung von 10.000 Megawatt bringt und das damit etwa 70 % des Energiebedarfs des Landes deckt, ist der Wasserspiegel so stark gesunken, das nun ein nahezu vollständiger Stopp der Stromproduktion droht. Für das Abfallen des Wasserspiegels machte die Regierung das Klimaphänomen El Niño verantwortlich, während die Opposition fehlende Investitionen in neue, moderne Kraftwerke rügte.

Der Ingenieur Jesús Augusto Gómez, der täglich den Pegel des Stausees im Blick hat, merkte laut dem ZDF an: „Nur noch 1,41 Meter bis zur kritischen Grenze.“ Ist dieser Wert erst einmal erreicht, ist für die meisten Turbinen Schluss und sie müssen abgeschaltet werden, um ein für die empfindliche Technik gefährliches Einströmen von Luft zu verhindern. Schon gegen Ende dieser Woche könnte seiner Meinung nach dieser Wert erreicht werden. Gómez ergänzte: „Dann müssen bis zu acht Turbinen mit einer Leistung von 5.000 Megawatt die Arbeit einstellen.“

Auch zur jetzt ergriffenen Maßnahme der Zeitumstellung hat der Ingenieur eine klare Meinung: „Der Effekt ist äußerst gering. Die ganzen Maßnahmen kommen sehr spät, um nachhaltige Effekte zu haben.“ Erst 2007 hatte man unter dem damaligen Präsidenten Hugo Chávez die Uhren um eine halbe Stunde zurückgestellt. Mit der jetzigen Maßnahme will man vermeiden, dass besonders der nächtliche Einsatz von Klimaanlagen und Beleuchtung das Stromnetz noch mehr belasten.

Bilder: © Davide Costanzo, Flickr

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