Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) fordern Stromtarife mit „Inklusivkontingent“

Die Energiewende in Deutschland ist ein großes Thema, wenn auch ein bislang recht Kostspieliges für die Verbraucher und genau deshalb hat der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) jetzt Stromtarife mit „Inklusivkontingent“ vorgeschlagen, der sozial schwachen Haushalten bei der Reduzierung der Energiekosten helfen soll. Natürlich machten die auch unter dem Namen „Umweltweise“ bekannten Experten noch mehr Vorschläge, wie man den Umbau der Stromerzeugung sowie die energetische Gebäudesanierung in Deutschland vorantreiben könnte. Welche das sind, das erklären wir hier auf einen Blick in unseren News.

Strom umweltfreundlicher zu produzieren und diesen Ökostrom dann auch zu nutzen, dagegen hat wohl erst einmal niemand etwas. Allerdings ändert sich das dann schnell, wenn es in Form von steigenden Strompreisen oder Warmmieten weniger wird in der eigenen Geldbörse. Heute hat der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) Vorschläge präsentiert, mit denen sich solche Zielkonflikte auflösen lassen. Dieses umfangreiche Gutachten wurde heute an Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) übergeben.

Die Ausgangslage dabei ist klar: Der Ökostrom-Boom sorgt für eine erhöhte Stromproduktion aus erneuerbaren Energien und damit für sinkende Preise an den Strombörsen. Diese erhöhte Produktion sorgte laut reuters.com vergangenes Wochenende sogar für die Deckung von rund 90 % des Stromverbrauches durch Strom aus regenerativen Energiequellen. Der nötige Umbau der Netze sowie andere Faktoren sorgen für eine immer weiter steigende EEG-Umlage und die Erhöhung anderer Umlagen, so dass der Strom unterm Strich für die Verbraucher sogar teurer wird. Das belastet dann vor allem die einkommensschwachen Haushalte, denn sie zahlen für ihren Strom de facto einen höheren Preis je Kilowattstunde, da sie zwar auch den gleichen Grundpreis wie alle anderen Verbraucher zahlen, dieser sich dann aber auf eine geringere Strommenge „verteilt“.

Deshalb haben die Umweltweisen jetzt Empfehlungen gegeben, wie auch sozial schwächeren Haushalten mit Anreizen zum Energiesparen verholfen werden kann. So sollen beispielsweise eine kostenlose Energieberatung und ein geförderter Austausch stromfressender Haushaltsgeräte dabei helfen, Schwachstellen aufzudecken, sowie Energie und damit Kosten einzusparen. Ein weiterer Vorschlag sind Stromtarife mit „Inklusivkontingent“. Damit soll mit der Zahlung des Grundpreises beim Anbieter auch gleichzeitig automatisch eine gering bemessene Strommenge für die Kunden mit bereitgestellt werden.

In dem Gutachten heißt es dazu: „Dieser Tarifbestandteil solle für alle Kunden eines Stromversorgers zu identischen Konditionen und damit diskriminierungsfrei gelten.“ Dadurch, so die Experten, solle die Situation einkommensschwacher Haushalte verbessert werden, ohne die Lenkungswirkung des Strompreises zu vermindern. Die Umweltweisen drängen weiterhin darauf, dass Energiepreise und Energiesparen verstärkt Eingang in die Sozialgesetzgebung finden. In dem Gutachten heißt es dazu weiter: „Um soziale Härten zu vermeiden, müssen Grundsicherung und Wohngeld auf realistischen Energiekosten basieren.“

Neben der Kaltmiete sollte für die Obergrenzen der Kosten der Unterkunft und des Wohngeldes auch der energetische Zustand des Gebäudes mit einbezogen werden. Das würde dann nach Ansicht der Experten auch in sozial benachteiligten Gebieten eine Stärkung der Anreize zur energetischen Sanierung zur Folge haben. Im Gutachten heißt es dazu: „Einkommensschwache Haushalte könnten energetisch sanierten Wohnraum nutzen, ohne dass die Ausgaben der öffentlichen Hand deutlich steigen.“

Bilder: © Thomas Kohler, Flickr

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