Plus acht Prozent: Ökostrom-Umlage steigt auch 2017 weiter an

Auch 2017 dreht sich die Kostenspirale für die Stromkunden weiter. So soll die Ökostrom-Umlage im kommenden Jahr um rund acht Prozent von aktuell 6,35 Cent auf dann 6,88 Cent steigen. Hinzu kommen auch noch weitere Kostentreiber wie die gestiegenen Netzentgelte. Insgesamt muss ein Drei-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden im Jahr mit steigenden Ökostromkosten von rund 18 Euro rechnen, so dass man übers Jahr gesehen dann schon insgesamt 240 Euro für die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hinblättern muss.

Auf der Stromrechnung der Verbraucher werden die Zahlen wohl auch 2017 eher größer als kleiner, denn laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung soll die Ökostrom-Umlage im kommenden Jahr von 6,35 auf 6,88 Cent steigen. Das entspricht einem Plus von rund acht Prozent. Zwar wollten sich die vier großen Netzbetreiber zu den Zahlen bislang noch nicht äußern, sie wollen die genaue Höhe erst Ende dieser Woche bekanntgeben, aber schon jetzt ist wohl klar, dass es mit der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) weiter nach oben gehen wird. Die Umlage soll die Differenz zwischen dem Preis, den die Betreiber durch den Stromverkauf an der Strombörse erhalten, und den zugesicherten Abnahmepreisen für Ökostrom kompensieren. Sinkt der Verkaufswert vom Strom an der Börse, so muss demzufolge mehr kompensiert werden, was am Ende die Umlage in die Höhe treibt.

Der Aufschlag bei der Umlage bedeutet für einen sparsamen Drei-Personen-Privathaushalt, der 2 000 Kilowattstunden (kWh) im Jahr verbraucht, einen Zuwachs bei den Stromkosten um jährlich 10 Euro (80 Cent im Monat). Bei einem Vier-Personen-Haushalt, dessen Durchschnittsverbrauch bei jährlich 4.000 kWh liegt, sind es dann schon 20 Euro pro Jahr (1,65 Euro pro Monat), die mehr für Strom ausgegeben werden müssen.

Neben der EEG-Umlage werden auch die Kosten für den Ausbau der Stromnetze über die Netzentgelte auf die Kunden umgelegt. Dabei kommt es allerdings stark darauf an, wo der Kunde wohnt. Am drastischsten dürfte der Preisanstieg bei den Netzentgelten für die Kunden des Netzbetreibers Tennet ausfallen. Dessen Kunden wohnen vor allem im Streifen von Schleswig-Holstein über Niedersachsen und Hessen bis nach Bayern. Das Vergleichsportal Verivox rechnet vor, das die knapp 1,9 Millionen Haushalte in Bayern 2017 allein durch steigende Netzgebühren mit einer Mehrbelastung von 75 Euro rechnen müssten. Auch die knapp eine Million Verbraucher, die im Einzugsgebiet des Unternehmens 50Hertz in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg leben, erwartet wohl ein ähnlich hartes Schicksal.

Eine der Ursachen für die stetig weiter steigenden Stromkosten liegt nach der Ansicht von Experten auch in der Reform der EEG-Umlage von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) aus dem Jahr 2014. Damals ging die Regierung davon aus, dass die Ökostrom-Umlage bis 2020 nicht mehr als sieben Cent je Kilowattstunde ausmachen würde. Kommt es tatsächlich zum Anstieg auf 6,88 Cent im kommenden Jahr, so wäre dieser Wert allerdings jetzt schon fast erreicht. Auf die Frage, ob Gabriels Reform gescheitert sei, antwortete die Energieexpertin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin gegenüber der SZ: „Eindeutig. Die Reform wird zu steigenden Strompreisen führen.“ Den Anstieg führt die Expertin auf die weiterhin geduldeten Kohlekraftwerke und dem damit einhergehenden Überangebot an Strom zurück. Das trage zu niedrigen Börsenpreisen und damit zu einer hohen Umlage bei. Kemfert ergänzte weiter: „Zudem wurde eine Abwrackprämie für alte Kraftwerke beschlossen, was auch den Strompreis erhöht.“

Bilder: © H.P. Brinkmann, Flickr

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