Ökostrom: „Nasse Verbrennung“ soll Stromspitzen abfangen

Nasse-Verbrennung_2015_01Was auf den ersten Blick für den Laien doch recht kompliziert und nicht gerade logisch klingt, ist am Ende vielleicht doch ein Weg aus dem großen Dilemma beim Ökostrom, der Stromspeicherung. Den Strom aus regenerativen Quellen zu erzeugen ist schon lange kein großes Problem mehr, aber die Speicherung und somit das Abfangen der Stromspitzen ist immer noch problematisch. Hier soll die sogenannte „Nasse Verbrennung“ helfen. Zusammen mit dem Prozess der Elektrolyse wollen Forscher der TU Berlin mit dieser sogenannten „BlueStep“-Methode große Mengen an Strom speichern.

Eine Kombination aus Elektrolyse und „Nasser Verbrennung“ soll laut Berliner Wissenschaftlern jetzt eines der größten Probleme beim Ökostrom lösen – die Stromspeicherung. Damit sollen die Stromspitzen, die bei starker Sonneneinstrahlung oder hohen Windgeschwindigkeiten bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien entstehen, aufgefangen werden. Zwei Vorteile hat diese Idee der Forscher: Damit ließen sich auch große Strommengen zwischenspeichern und die Technologie kann auch auf bereits bestehende Anlagen angewandt werden. Diese müssen lediglich nachgerüstet werden. Es ist nicht nötig, neue Anlagen anzuschaffen, was die Investitionskosten im Rahmen halten würde. Prof. Dr.-Ing. Christian Oliver Paschereit vom Institut für Strömungsmechanik und Technische Akustik (ISTA) der TU Berlin schätzte den Nutzen der Technologie laut der Initiative „Wissenschaftsjahr 2015 – Zukunftsstadt“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung so ein: „So kann kurzfristig die Leistung einzelner Kraftwerke erhöht werden.“

Und so soll das Verfahren funktionieren: Die Stromspitzen der Wind- und Solaranlagen sollen dazu verwendet werden, um Wasser in den Energieträger Wasserstoff und Sauerstoff aufzuspalten, denn diese Stoffe, also Gase, lassen sich viel einfacher zwischenspeichern als Strom – auch in größeren Mengen. Bis hierhin ist das Ganze schon seit langer Zeit bekannt. Allerdings gab es bis jetzt immer das Problem, dass beim Wiederzusammenbringen beider Stoffe extrem hohe Materialbeanspruchungen auftraten. Kein verfügbarer Werkstoff hält den bei dieser Reaktion, die im Grunde genommen nichts anderes ist als eine normale, aus dem Chemieunterricht bekannte „Knallgasreaktion“, auftretenden Betriebstemperaturen stand. Und hier soll die „Nasse Verbrennung“ ins Spiel kommen. Dabei wird der Brennprozess mit Wasserdampf verdünnt und somit abgemildert. Dafür wird Wasserdampf, der aus der Abwärme von heißen Turbinenanlagen gewonnen wird, zugeführt. Das soll die Verbrennungstemperatur senken und gleichzeitig den Wirkungsgrad dieses Prozesses erhöhen.

Wie praktikabel die neue Methode ist, die unter dem Projektnamen „BlueStep – Blue Combustion for the Storage of Green Electrical Power“ läuft, konnten die Forscher jetzt demonstrieren. Dieses System baut auf schon vorhandenen Kraftwerksinfrastrukturen auf. Die bereits installierte Technik kann nachgerüstet werden, um in Zukunft Verbrauchsspitzen auch mit gespeicherter Energie aus regenerativen Quellen zu decken. Die so gegebene Nachhaltigkeit soll nach dem Willen der Forscher den Markteinstieg für diese Lösung erheblich erleichtern.
Bilder: © TU Berlin/PR/Ulrich Dahl

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Christian Leo

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Letzte Kommentare

  • Manuel says:

    Totale Überwachung und zudem Totale Bestrahlung bis zu 100x stärkere Strahlenbelastung im Gesamtha

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