Schwimmende Solarzellen in Japan gehen ans Netz

Ciel et terre_Solarkraftwerk_Japan_2015_01Japan ist ein dicht besiedeltes Land und wo viele Menschen eng aufeinander wohnen, da wird auch jede Menge Strom benötigt. Nach der Katastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima wird die Atomenergie von vielen Japanern nicht mehr als das Allheilmittel für die Energieprobleme angesehen und so müssen neue Lösungen her. Da an Land aufgrund der dichten Bebauung oft nicht genug Platz ist, hat man jetzt eine simple Lösung umgesetzt. Der japanische Großkonzern Kyocera hat schwimmende Solarzellen ans Netz gebracht.

Wenn der Platz an Land nicht reicht, muss man aufs Wasser ausweichen. Das dachte sich auch der japanische Konzern Kyocera und hat nun schwimmende Solarzellen in Japan ans Netz gebracht. Mit dem Zusammenschluss von 11.256 Modulen verteilt auf zwei Anlagen hat man die beiden größten schwimmenden Solarkraftwerke der Welt in Betrieb genommen. Wie das Unternehmen jetzt mitteilte, sind beide Anlagen schon seit Ende März 2015 in Betrieb. Zusammen bringen es die beiden Kraftwerke in Kato in der Präfektur Hyogo im Süden der Hauptinsel Honshu auf eine Gesamtleistung von 2,9 Megawatt. Dabei bringt es die Anlage auf dem Higashihira-See auf 1,2 Megawatt, die auf dem Nishihira-See auf 1,7 Megawatt. Mit der Jahresleistung von 3.300 Megawattstunden soll der Strombedarf von 920 Haushalten gedeckt werden.

Die aus Hydrelio, einem Polyethylen mit einer hohen Dichte, bestehende Schwimmstruktur hat das französische Unternehmen Ciel et Terre geliefert. Der Vorteil von diesem Kunststoff ist seine Robustheit. Auch ein Wirbelsturm soll diesem Material, das vollständig recyclebar ist, nichts anhaben können. Die Solarzellen selbst, die auf den Plattformen montiert wurden, stammen dann wieder von Kyocera selbst. Jedes der gut 11.000 Module bringt eine Leistung von maximal 255 Watt. Das ist eine größere Leistung, als diese Module an Land produzieren würden. Der Grund dafür liegt in der guten Kühlung durch das Wasser. Hier entwickelt sich aber auch eine wechselseitige Beziehung, von dem auch das Wasserreservoir profitiert. Die großen Anlagen sorgen für Schatten. Demzufolge erhitzt sich das Wasser nicht mehr so stark und auch die Sonneneinstrahlung ist geringer, weshalb das Algenwachstum und damit die Sauerstoffzehrung im Gewässer geringer ausfallen. Damit leisten diese Module einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Wasserqualität.

Für den Bau war Ciel et Terre verantwortlich. Aufgrund der langjährigen Erfahrung mit solchen Projekten, immerhin hat man schon zehn, allerdings kleinere, Anlagen in Südkorea oder Thailand realisiert, konnte der Bau zügig voranschreiten. Baubeginn war im September 2014 und ans Netz ging das Projekt eben im März 2015.

Bilder: © Ciel et Terre

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