Ökostrom der Stadtwerke: Nicht immer ist der Strom 100 % grün

Nicht überall, wo 100 % grün draufsteht, ist auch 100 % Ökostrom drin. Eine Untersuchung der Nachhaltigkeitsplattform Utopia.de hat jetzt ergeben, dass der Ökostrom der Stadtwerke nicht voll und ganz aus grünem Strom aus Deutschland gedeckt wird. Dennoch gibt es bei den 12 unter die Lupe genommenen Unternehmen durchaus den Willen, das zu ändern und den Tausch gegen Graustrom so knapp wie möglich zu halten. Welche Unternehmen hervorstechen und bei welchen noch jede Menge Arbeit wartet, erklären wir hier.

Schon alleine aus moralischen Gründen setzen immer mehr Stromkunden auf Ökostrom. Dieser Entwicklung müssen sich auch die Stadtwerke stellen und ihren Kunden einen umweltfreundlichen Tarif mit einer Garantie auf grünen Strom anbieten. Nur leider ist deren Strom nicht immer 100 % grün, was jetzt eine Untersuchung von Utopia.de ans Licht gefördert hat. Dabei hat sich diese Untersuchung auf die großen deutschen Städte beschränkt und nur bei den größten Stadtwerken hat man die Herkunft des Stroms genauer unter die Lupe genommen.

Dabei wurde festgestellt, dass es Ökostromangebote gibt, bei denen der Kunde nur 26 % grünen Strom bekommt. Die Analysten haben grünen Strom für ihre Untersuchung so definiert, dass dieser ausschließlich aus erneuerbaren Energien stammen soll, wie von Wasserkraftwerken, Windkraftanlagen oder Photovoltaik-Anlagen. Und am besten wird der Strom auch gleich noch komplett in Deutschland erzeugt und muss nicht aus anderen Ländern importiert werden. Wird Ökostrom im Tausch gegen konventionell erzeugten Kohle- oder Atomstrom, also Graustrom, aus anderen Ländern eingeführt, ist das natürlich alles andere als umweltfreundlich.

Auch wenn zwei der zwölf Stadtwerke, Hamburg und Stuttgart schon zu 100 % Ökostrom anbieten, so mussten doch auch sie wie alle anderen zugeben, dabei nicht ohne Stromimporte auszukommen. Aber diese beiden Stromlieferanten tragen mit hohen Investitionen dazu bei, dass es in Zukunft noch mehr einheimischen Ökostrom geben wird. Alleine die Stuttgarter Stadtwerke wollen eigenen Angaben zufolge bislang schon 100 Millionen Euro in Ökostrom-Anlagen investiert haben.

Im Mittelfeld liegen die Stadtwerke München (58 %), Mainova Frankfurt (55,5 %), DEW21 Dortmund (49 %) und Vattenfall Berlin (43,6 %). Am Schluss der Liste finden sich die Stadtwerke Düsseldorf (35,5 %), Drewag Dresden (32,9 %), die Stadtwerke Bremen (29 %), N-Energie Nürnberg und Rheinenergie Köln (jeweils 28 %) sowie das Schlusslicht, die Stadtwerke Leipzig (26 %).

Doch immerhin gab die Hälfte der untersuchten Unternehmen an, in die erneuerbaren Energien zu investieren. Meist wird dabei der Erlös aus dem grünen Energiesektor gleich wieder in neue Windkraft- und Solaranlagen investiert, die dann meist innerhalb der EU liegen. So sind beispielsweise die Stadtwerke München als Betreiber an Solaranlagen in Spanien beteiligt. Ganz weit vorne, wenn es um Investitionen in die Erneuerbaren geht, sind der Studie zufolge die Stadtwerke Hamburg, Stuttgart, München, die Drewag Dresden, Rheinenergie Köln, N-ergie Nürnberg und SWB Bremen.

Kunden sollten also nicht immer nur nach dem günstigsten Angebot schauen, mit dem sie ihr Gewissen beruhigen können, sondern auch darauf, woher der vermeintliche Ökostrom kommt. In vielen Fällen kommt der grüne Strom aus den skandinavischen Ländern, wo er aus Wasserkraft gewonnen wird. Die Betreiber dort erhalten dann im Gegenzug meist in Deutschland erzeugten Graustrom. Nur leider wird der Umwelt mit diesem Tausch nicht geholfen.

Bilder: © Eric Wüstenhagen, Flickr

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