Strom aus der Ostsee: EnBW-Windpark Baltic 2 geht ans Netz

Die Windräder vom EnBW-Windpark Baltic 2 sind heute ans Netz gegangen und liefern nun Strom aus der Ostsee. Nach zwei Jahren Bauzeit konnten die Windräder, die rund 32 Kilometer nördlich der Insel Rügen stehen, offiziell in Betrieb gehen. Mit diesem Projekt will der Konzern beweisen, dass der Umbau der Energieversorgung in Richtung Dezentralisierung und erneuerbare Energien unumkehrbar ist, wie EnBW-Vorstandschef Frank Mastiaux auf einer Festveranstaltung in Stralsund anlässlich der Eröffnung sagte. Ob noch weitere Projekte vor der Ostseeküste in Planung sind, ist ungewiss, aber bis 2020 sollen drei weitere Projekte mit einer Gesamtleistung von 1600 Megawatt Leistung in der Nordsee realisiert werden. Alle Details dazu gibt es in unseren News.

Der rund 1,4 Milliarden Euro teure EnBW-Windpark Baltic 2 ist heute ans Netz gegangen und liefert nun Strom aus der Ostsee. Die 80 Windräder liefern im Jahr theoretisch Strom für 340.000 Haushalte. Mit einer Leistung von 288 Megawatt kann man jährlich insgesamt 1,2 Milliarden Kilowattstunden erzeugen. Das ist sechsmal so viel Leistung, wie beim 2011 eröffneten Windpark Baltic 1. Die Windräder ragen 138 m über dem Meeresspiegel auf und sind damit nur einen Meter niedriger als die Cheops-Pyramide. Die Gründungen der Energieanlagen wurden bis zu 44 Meter tief in den Meeresboden gerammt. Für die Verbindung der Anlagen mit der Umspannstation wurden insgesamt 83 Kilometer Seekabel verlegt.

Mit Baltic 1 und 2 haben die Verantwortlichen von EnBW nun wohl vorerst all ihre Vorhaben in der Ostsee realisiert und legen nun wieder ihr Hauptaugenmerk auf Gebiete in der Nordsee. Drei weitere Projekte mit einer Gesamtleistung von 1600 Megawatt Leistung sind in Planung. Eigenen Angaben zufolge plant man, im Zeitraum von 2012 bis einschließlich 2020 rund 3,5 Milliarden Euro in erneuerbare Energien zu investieren. Das starke Engagement in diesem Sektor begründete Mastiaux damit, dass das industrielle Format eines Offshore-Windkraftparks gut zur DNA eines großen Energieunternehmens passe und dass Offshore einen fast grundlastfähigen Strom liefern könne.

In Richtung der Politik, von der er forderte, die energiepolitischen Rahmenbedingungen Planungssicherheit für Investoren und Betreiber von Offshore-Projekten zu gewährleisten, mahnte er an, dass es im Rahmen der EEG-Novelle schwierig werde, wenn bereits genehmigte Vorhaben einem Ausschreibungsregime unterworfen würden. Dem antwortete Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD), in dem er für weitere Investitionen in der Ostsee warb. Hier würden hervorragende natürliche Bedingungen herrschen – ausreichend Wind, geringe Wassertiefen und kürzere Kabelverbindungen zum Land. Dass alles führe in der Summe dazu, dass in seinem Bundesland der Netzanschluss nur etwa halb so teuer sei wie in der Nordsee.

Auch wenn EnBW wohl vorerst trotzdem wieder in die Nordsee ausweichen wird, investieren andere Energieversorger weiter in der Ostsee. Der spanische Energiekonzern Iberdrola will von 2016 an mit dem 350-Megawatt-Projekt „Wikinger“ einen weiteren Offshore-Windpark vor der Küste Rügens bauen. Und auch E.on soll Pläne für einen 385-Megawatt-Windpark vor der Küste der Insel verfolgen. Wie die Spanier wollen auch die Düsseldorfer dann den Fährhafen Sassnitz als Logistikbasis nutzen.

Bilder: © EnBW

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