Berlin & Hamburg: Vattenfall hebt die Strompreise um bis zu 5 % an

Zu Jahresbeginn hatten sich viele Versorger noch zurückgehalten, jetzt scheint sich die Preisspirale kräftig zu drehen. So langsam trauen sich die Grundversorger jetzt aus ihrer zurückhaltenden Haltung heraus und kündigen Erhöhungen der Strompreise an. Seit Jahresbeginn haben 205 der rund 800 Unternehmen die Preise nach oben geschraubt. Besonders hart trifft es jetzt die Kunden in Berlin und Hamburg. Hier hebt Vattenfall die Strompreise um bis zu 5 % an.

2,2 Millionen Kunden in Berlin und Hamburg dürften in den kommenden Tagen Post von Vattenfall bekommen. Ab April wird es dann für hunderttausende Haushalte in den beiden Millionenstädten beim Strom teurer, denn der Energieversorger hebt dort die Strompreise um bis zu 5 % an, wie das Unternehmen heute mitteilte.

So muss ein Hamburger Durchschnittshaushalt in der Grundversorgung mit einem Jahresverbrauch von 2500 Kilowattstunden dann künftig 3,14 Euro pro Monat oder 4,9 Prozent mehr zahlen. Für die Berliner soll es nach Aussage des Konzernsprechers aber noch mal etwas günstiger werden, denn dort ist der Jahresverbrauch etwas geringer. Für einen Durchschnittshaushalt in der Grundversorgung mit einem Jahresverbrauch von 2200 Kilowattstunden wird es künftig in der Hauptstadt um 2,30 Euro pro Monat oder knapp vier Prozent teurer. Demnach steigt zum 1. April der Grundpreis ab 1. April 2016 eben um diese 2,30 Euro auf 8,20 Euro im Monat, wie die Berliner Zeitung berichtete. Der Preis für die Kilowattstunde Strom soll bei 28,48 Cent vorerst stabil gehalten werden. Nach Angaben des Unternehmens könnten sich in anderen Versorgungstarifen aber durchaus auch andere Beträge ergeben. Vattenfall-Sprecher Olaf Weidner sagte zur Preiserhöhung: „Nach zwei Jahren Preisstabilität müssen wir die Tarife anpassen, da neben Steuern und Abgaben auch die Netzentgelte für dieses Jahr um 30 Prozent angehoben wurden.“

Die erhöhten Gebühren begründete der Konzern eben gerade mit den gestiegenen Gebühren, die für das Durchleiten des Stroms durch die Leitungen fällig werden. Auch die gestiegene EEG-Umlage – also die Vergütung zur Förderung von erneuerbaren Energien – wurde als ein Grund genannt. Nach Berechnungen der Branche liegt der Kostenanteil des Stroms am Gesamtpreis bei nur etwa einem Viertel. Umlagen, Steuern und Abgaben – darunter die EEG-Umlage zur Förderung des Ökostroms – machen rund 50 % des Strompreises aus. Das restliche Viertel entfällt auf die Transportkosten, also die sogenannten Netzentgelte. Auch sie steigen, weil neue Leitungen für den Wind- und Solarstrom gebraucht werden.

Dass es nicht schon im letzten Jahr zu Preissteigerungen kam, ließe sich vor allem auf die Beschaffungskosten zurückführen, die für Strom in letzter Zeit, ebenso wie bei Öl und Gas, gesunken sind. Dazu ergänzte Weidner: „Dadurch konnten wir die gestiegenen Abgaben im Zusammenhang mit der Energiewende im letzten Jahr noch ausgleichen, ohne die Tarife anheben zu müssen.“ Zudem gab Vattenfall für 2015 vor kurzem einen Verlust nach Steuern von rund 19,8 Milliarden Kronen (2,1 Mrd Euro) an. Andere Branchengrößen wie RWE und Eon wollen allerdings trotz ihrer schlechten Geschäftsergebnisse die Strompreise konstant halten.

Bilder: © Vattenfall

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