Rekordstrahlung in Fukushima

© Japan Ground Self-Defence Force via Kyodo/Handout/Reuters

Am Wochenende erschreckte der japanische AKW-Betrieber Tepco mit Hiobsbotschaften. Es sei eine Strahlung gemessen worden, die 10-millionenfach über dem erlaubten Grenzewert läge.

Kurz danach „korrigierte“ sich Tepco jedoch und sprach von einer 100.000 fachen Erhöhung der Strahlung. Welcher Aussage man nun Glauben schenken mag, bleibt vorerst offen. Die Arbeiter, welche die Katastrophe einzudämmen versuchen, wurden wieder evakuiert.

Der hohe Strahlenwert wurde im Wasser gemessen, was die Vermutung zulässt, dass der Raktor selbst oder die Rohre des Kühlsystems undicht sind. Die Strahlenbelastung lag bei 1000 Millisievert pro Stunde. Das bedeutet, dass ein Arbeiter im AKW in 15 Minuten die zulässige Strahlendosis von 250 Millisievert bekommt. Im Wasser soll zudem das Isotop Jod-134 in hoher Konzentration auftreten. Dadurch wird auch das Meer vor Fukushima radioaktiv verseucht. Am Sonntag wurde die Strahlung um das 1850-fache überschritten.

17 Arbeiter wurden bereits im AKW verstrahlt und mussten teils mit Verbrennungen in Spezialkliniken eingeliefert werden. Der Betreiber räumte Versäumnisse bei der Warnung seiner Mitarbeiter vor verseuchtem Wasser ein.

Die Bevölkerung in Japan formiert sich nun gegen die Atompolitik der Regierung, es kam zu ersten größeren Protesten. Auch in Deutschland haben am Wochenende 250.000 Menschen gegen die Atomkraft demonstriert.

Die Beteuerungen der japanischen Regierung, die Strahlung sei keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung wird unterdes von der Bevölkerung immer mehr angezweifelt. Die Nitlager haben teilweise Schilder auf denen steht: „Diejenigen, die sich nicht Strahlenprüfungen unterzogen haben, dürfen nicht rein.“ Ärzte verteilen mittlerweile „Zertifikate“ für diejenigen, die sich auf Strahlung untersucht haben.

1 Kommentar

  1. Verstrahltes Meer vor Fukushima | Umwelt Blog -  28. März 2011 - 08:45 1739

    […] Die aktuellen Messwerte sollten mit Vorsicht zu genießen sein, da sie von der japansichen Regierung durchaus geschönt worden sein könnten, ebenso wie die Korrektur von einer 10-millionenfachen Strahlendosis im AKW auf eine „nur“ 100-tausendfache Strahlenbelastung über dem Grenzwert. […]

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